So, 17. Juli 1966
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| Sa, 16. Juli 1966 ◀ 1966 ▶ Mo, 18. Juli 1966 |
ARD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
| 09:50 | Hauptgottesdienst des 81. Deutschen Katholikentages Übertragung vom Domplatz in Bamberg Zelebrant ist der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Corrado Bafile, Prediger Dr. Josef Schneider, Erzbischof von Bamberg (BR) |
| 11:30 | Hinweise auf das Programm der Woche Vom Deutschen Fernsehen aus Köln |
| 11:45 | Martin Luther King predigt Ausschnitte aus einem ökumenischen Gottesdienst in Genf Vom Deutschen Fernsehen aus Stuttgart |
| 12:00 | Der Internationale Frühschoppen Mit sechs Journalisten aus fünf Ländern Gastgeber: Werner Höfer (WDR) |
| 12:45 | Wochenspiegel Die Tagesschau berichtet von den Ereignissen der vergangenen Woche Vom Deutschen Fernsehen aus Hamburg |
| 13:15 | Magazin der Woche Eine Regionalumschau Vom Deutschen Fernsehen aus Frankfurt |
| 14:30 | Wir lernen Englisch (39) Wiederholung von gestern (WDR) |
| 14:45 | Die Brüder Krabums (5) Ein Handpuppenfilm Enterich Flic erlebt heute aufregende Abenteuer als Gehilfe von Detektiv Plumo. Der Beginn auf dem Jahrmarkt der Brüder Krambus ist noch harmlos. Doch dann mogelt Budenbesitzer Piano beim Ballwerfen ... (Kinderstunde für alle / NDR) |
| 15:15 | Zivilcourage Sendereihe nach dem Buch "Profiles in Courage" von John F. Kennedy Heute: Hamilton Fish Hamilton Fish ist früherer amerikanischer Außenminister und man verdankt ihm, dass während seiner Amtszeit die USA nicht in den Krieg mit Spanien verwickelt wurde. Dafür nahm er 1869 sogar eine erbitterte und gefährliche Auseinandersetzung mit Kriegsminister John A. Rawlins in Kauf ... Mit Mark Richman (John A. Rawlins), Edward Asner (Präsident Grant), Henry Jones (Hamilton Fish) (ab 14 / WDR) |
| 16:00 | 15 Männer und ein Schiff Thunfischfang im Pazifik Dem Thunfischfang haftet auch heute noch ein Flair von gefahrvoller Seefahrtsromantik an. Ob vor der Küste Panamas, am Äquator oder in den peruanischen Gewässern, immer wird das Leben der Fischer vom Rhythmus zwischen endlosen Wartezeiten und plötzlichem Fangfieber bestimmt Hörzu 32/1966 schrieb in ihrer Kritik: Die Abseitsstehenden des Fußballsports wurden in diesen Tagen vom Fernsehen auf Hungerration gesetzt. Wiederholung reihte sich an Wiederholung. Von "Ninotschka" bis Fritzi Massary. Schwache Reportagen über die Klöster von Berlin und den Thunfischfang im Pazifik zeigen, dass die Urlaubszeit nicht nur für Fernseh-Zuschauer, sondern auch in den Studios angebrochen ist (NDR) |
| 16:30 | Es kommt auf jede Sekunde an ... Eine musikalische Unterhaltungssendung mit Johannes Heesters, Charlie Rivel, Margit Schramm und Ursula Benz Es spielt das Sinfonieorchester Graunke, es tanzt das Bavaria-Fernsehballett, Choreografie: Kurt Jacob, Szenenbild: Helmut Gassner, Regie: Heinz Liesendahl Johannes Heesters erfüllt sich hier den alten Wunsch, einmal als Clown aufzutreten, mit Charlie Rivel als "Schützenhilfe". Den musikalischen Rahmen bilden Operettenmelodien, die größten Erfolge in der Karriere des Künstlers: Es kommt auf die Sekunde an / Alle Wege führen mich zu dir / Es ist so schön, am Abend bummeln zu gehn / Da nehm ich mir ein kleines Zigaretterl / Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist / Ich bin verliebt, bin so verliebt / Bist du's, lachendes Glück / Pony-Lied / O mein Papa / Zwei Märchenaugen ARD-Erstsendung: 29. Juni 1963 Hörzu 32/1966, Leserbrief: Wir freuten uns darüber, dass uns endlich einmal wieder der deutsche Maurice Chevalier, nämlich Johannes Heesters, gezeigt wurde. Unverständlich, dass dieser nicht nur sehr beliebte, sondern auch sehr talentierte Sänger und Schauspieler so selten auf dem Bildschirm zu sehen ist (Eher ab 16 / SDR) |
| 17:30 | Heinrich Harrer berichtet Himalaya – Heimat des Schnees Die Besteigung der höchsten Berge der Welt (ab 12 / HR) |
| 18:15 | Die Sportschau Berichte und Reportagen rund um die Fußball-Weltmeisterschaft |
| 19:00 | Weltspiegel Auslandskorrespondenten berichten (NDR) |
| 19:30 | Die Sportschau Berichte und Informationen zum Wochenende |
| 20:00 | Tagesschau – Das Wetter morgen |
| 20:15 | Der Raub der Sabinerinnen Schwank von Franz und Paul von Schoenthan, Personen und Darsteller: Emanuel Striese, Theaterdirektor (Kurt Ehrhardt), Martin Gollwitz, Professor (Hans Karl Friedrich), Friederike, seine Tochter (Fita Benkhoff), Paula, deren Tochter (Susanne Thommen), Dr. Neumeister (Erik Schumann), Marianne, seine Frau (Irene Marhold), Karl Groß (Detlof Krüger), Emil Groß, genannt Sterneck, sein Sohn (Joachim Bliese), Rosa, Dienstmädchen bei Gollwitz (Erna Sellmer), Meißner, Schuldiener (Manfred Lichtenfeld), Kamera: Kurt Gewissen, Musik: Heinz Brüning, Szenenbild: Utz Elsässer, Hans Ehegartner, Regie: Hans-Dieter Schwarze Eine Produktion der Bavaria Atelier GmbH Professor Gollwitz hat in seiner Primanerzeit eine Römertragödie mit dem Titel "Der Raub der Sabinerinnen" verfasst. Nun fällt ihm das vergilbte Manuskript zufällig wieder in die Hände. Begeistert von seinem Jugendwerk versucht er seinen Freund Striese, Wanderbühnen-Direktor, zu einer Aufführung zu überreden. Striese, der gerade mit seiner Schmierenbühne im Schützenhaus der Stadt gastiert, willigt schließlich ein ... Frühere Bearbeitungen zeigte die ARD am 7. März 1959 und das ZDF am 28. November 1965 Gong 29/1966: Klassischer Schwank (1885), der vor allem wegen der Paraderolle des Schmierendirektors berühmt ist. Ab 14 Gong 32/1966 schrieb in seiner Kritik: Seit mehr als 80 Jahren haben sich viele Schauspieler in der Rolle des Schmierendirektors Striese versucht, aber nur ganz wenige wurden ihr gerecht. Denn er ist es, der in diesem Schwank die Akzente zu setzen, der mit seinem sächsischen Dialekt jene heiter-tragische Note zu treffen hat, wie es nur ein echter Komödiant vermag, eben ein lebendes Pedant zu der Maske "Der Lachende und der Weinende". Auch Kurt Ehrhardt scheiterte in (oder an) dieser Rolle, zumal die Regie von Hans Dieter Schwarze ihn in keinster Weise unterstützte. Dafür war die Handlung viel zu sehr auf Hans Karl Friedrich in der – übrigens glänzend gespielten – Rolle des Professor Gollwitz zugeschnitten. Von den Darstellerinnen zeigte lediglich das Spiel von Erna Sellmer als Perle Rosa jene Farbe, die man dem ganzen Stück gewünscht hätte. Überraschend schwach auch Fita Benkhoff, deren abgehackte Gestik oft keinen Bezug zur Situation besaß. Somit blieb "dieser" Raub der Sabinerinnen ein Schatten seiner selbst, die Kolportage eines Schwankes schlechthin Hörzu 32/1966 schrieb in ihrer Kritik: Wenn das erste Programm ein halbes Jahr nach der Mainzer Konkurrenz den gleichen "Raub der Sabinerinnen" über die Bildschirme schickt, fordert es zu Vergleichen heraus. Der Schwank steht und fällt mit der Besetzung des Theaterdirektors Striese. Diesmal fiel er. Kurt Ehrhardt mag ein guter Theaterdirektor gewesen sein, ein Striese aber war er nicht. Nicht nur, dass Ehrhardts Säschsisch die Note "Mangelhaft" verdient, auch die Rolle war falsch angelegt: Striese ist ein besessener Komödiant, seine Komik ist unfreiwillig. Joseph Offenbach hatte es bei der Mainzer Inszenierung mustergültig vorexerziert Hörzu 32/1966, Leserbriefe: Während der Aufführung im Fernsehen störte mich ein rätselhaftes dumpfes Geräusch, dessen Herkunft ich mir nicht erklären konnte. Erst nach Schluss der Vorstellung kam ich dahinter: Die Verfasser des Stücks rotierten in ihren Gräbern. Etwas sächseln, ein schwarzes Habit, große Lautstärke manchen noch keinen Striese; – Das war Klamauk – aber kein Lustspiel (WDR) |
| 21:55 | Nachrichten – Das Wetter morgen Vom Deutschen Fernsehen aus Hamburg |
| 22:00 | Bericht vom 81. Deutschen Katholikentag in Bamberg (BR) |
| 22:15 | Stimme der Vernunft Habib Bourguiba von Tunesien Ein Bericht von Peter von Zahn in seiner Reihe über bedeutende moderne Staatsmänner Der Politiker schildert in einem Interview seine Politik des Ausgleichs, die Tunesien den Schrecken der Revolution ersparte (ab 14 / – 23:00 Uhr / WDR) |
ZDF[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
| 13:40 | Hinweise auf das Programm der Woche |
| 14:00 | Ersatzsendung Anmerkung: Geplant: Davis-Cup Deutschland–Südafrika, Übertragung des Finales der Europazone Gruppe B aus München, Sprecher: Peter Wiede, Hörzu 32/1966, Leserbrief: Am Sonntag, 17. Juli, fiel die Übertragung vom Daviscup-Spiel zwischen Deutschland und Südafrika wegen des schlechten Wetters – es regnete in Strömen – aus. So was kann passieren. Aber dass den Verantwortlichen dann nichts Besseres einfiel, als eine Stunde lang seichte Schlagermusik zu übertragen, das sollte nicht passieren |
| 14:55 | Nachrichten – Wetter |
| 15:00 | "Auf Dein Wort hin ..." Hauptkundgebung des 81. Deutschen Katholikentages in Bamberg Professor Dr. Otto B. Roegele fasst die Ergebnisse der Veranstaltung zusammen, der Vorsitzende der Fuldaer Bischofskonferenz, Kardinal Doepfner, wird über das Leitwort sprechen, außerdem wird die Fernsehbotschaft Papst Pauls VI. aus Rom an den Deutschen Katholikentag übertragen Sprecher W. Stratenschulte |
| 17:00 | Ersatzsendung Anmerkung: Geplant: Davis-Cup Deutschland–Südafrika, Fortsetzung der Übertragung des Finales der Europazone Gruppe B aus München, Hörzu 32/1966, Leserbrief: Am Sonntag, 17. Juli, fiel die Übertragung vom Daviscup-Spiel zwischen Deutschland und Südafrika wegen des schlechten Wetters – es regnete in Strömen – aus. So was kann passieren. Aber dass den Verantwortlichen dann nichts Besseres einfiel, als eine Stunde lang seichte Schlagermusik zu übertragen, das sollte nicht passieren |
| 17:45 | Nachrichten – Wetter – Sport |
| 18:00 | Die rätselhaften Amerikaner Sendereihe von Peter von Zahn und Dieter Franck Heute: Der neue Tyrann Die heutige Folge untersucht u.a. den Einfluss der ungeheuer mächtigen US-Presse mit ihren Starjournalisten auf die Bürger. Durch nichts wird die öffentliche Meinung in den USA so stark geprägt wie durch die Bibel und das Fernsehen Hörzu 32/1966 schrieb in ihrer Kritik: Die Schlussworte seien Peter von Zahn gewidmet, dessen Serie "Die rätselhaften Amerikaner" gerade ausgelaufen ist. Im Grunde war es ein Rundfunkreferat, unterstützt von Bildern und Filmeinblendungen. Sein Pech, dass es im amerikanischen Bürgerkrieg noch keine Fernsehkameras gab. Von Zahn jonglierte mit Fremdwörtern und komplizierten politischen Begriffen. Er verkennt, dass nicht jeder Betrachter Hochschulbildung hat. Unheimlich viel Material wurde hier zusammengetragen. Dr. Hans Hass ("Wir Menschen") hätte daraus sicher hundert Folgen gemacht Hörzu 32/1966, Leserbrief: Manches, was gesagt und gezeigt wurde, kannte man schon aus früheren Berichten. Trotzdem sind die Zahn-Sendungen interessant und informativ (ab 14) |
| 18:30 | Die Stadt der hundert Klöster Berlin, wie es kaum einer kennt Filmbericht von Bernd Grote Der Beitrag geht der Situation und den Aufgaben der Ordensgemeinschaften und Kongregationen in der alten Hauptstadt nach. Im Institutionenverzeichnis der Katholischen Kirche finden sich 127 klösterliche Niederlassungen, 93 im Westteil, 34 im Ostteil der Stadt. Er stellt die Frage, ob eine Stadt wie Berlin so viele Klöster braucht: Patres, die Schulunterricht geben, Morgenansprachen halten und wissenschaftlich arbeiten; Schwestern, die Kranke pflegen, geistig behinderte Kinder erziehen und beten ... Hörzu 32/1966 schrieb in ihrer Kritik: Die Abseitsstehenden des Fußballsports wurden in diesen Tagen vom Fernsehen auf Hungerration gesetzt. Wiederholung reihte sich an Wiederholung. Von "Ninotschka" bis Fritzi Massary. Schwache Reportagen über die Klöster von Berlin und den Thunfischfang im Pazifik zeigen, dass die Urlaubszeit nicht nur für Fernseh-Zuschauer, sondern auch in den Studios angebrochen ist |
| 19:00 | Die Sport-Reportage Berichte, Nachrichten, Totozahlen |
| 19:27 | Der Wetterbericht |
| 19:30 | Nachrichten |
| 19:40 | Aspekte Informationen und Meinungen aus dem Kulturleben (ab 16) |
| 20:00 | Wilhelm Tell Schauspiel von Friedrich von Schiller, Personen und Darsteller: Hermann Geßler (Peter Roggisch), Werner, Freiherr von Attinghausen (Ludwig Anschütz), Ulrich von Rudenz (Herbert Dubrow), Werner Stauffacher (Gerhard Just), Konrad Hunn (Karlheinz Bernhardt), Itel Reding (Kurt Norgall), Jörg im Hofe / Kuoni (Bodo Knuth), Walter Fürst (Kurt Haars), Wilhelm Tell (Max Eckard), Rösselmann (Ulrich Matschoß), Petermann (Dietz Werner Steck), Werni (Dieter Scheil), Ruodi (Walter Thurau), Arnold vom Melchtal (Wilfried Elste), Konrad Baumgarten (Johannes Großmann), Meier von Sarnen (Karlheinz von Liebezeit), Struth von Winkelried (Hans Treichler), Klaus von der Flüe (Bruno Schäffner), Gertrud, Stauffachers Gattin (Maria Wiecke), Hedwig, Tells Gattin (Rena Liebenow), Berta von Bruneck (Thessy Kuhls), Armgard (Hannelore Hoger), Mechthild (Ortrud Bechler), Elsbeth (Eva Maria Strien), Hildegard (Linde Götz), Walter (Hans Günther Rudolph), Wilhelm (Albrecht Henning), Friesshardt (Peter Timm Schaufuß), Leuthold (Heinz Hofer), Rudolf der Harras (Harald Baender), Musik: Hellmuth Löffler, Bühnenbild und Kostüme: Gerd Richter, Bildregie: Ettore Cella, Inszenierung: Karl Vibach Eine Aufführung der Württembergischen Staatstheater Stuttgart Jäger Wilhelm Tell aus Uri wird gezwungen, aus einer Entfernung von achtzig Schritt einen Apfel vom Kopf seines Sohnes zu schießen – und das nur, weil er dem zur Schau gestellten Hut des verhassten Vogtes Geßler den Gruß verweigert hatte. Obwohl der Schuss gelingt, wird Tell die versprochene Freiheit nicht gewährt. Es gelingt ihm, zu fliehen und Geßler in der hohlen Gasse bei Küssnacht zu stellen. Nachdem Tell den Reichsvogt mit der Armbrust niedergestreckt hat, entbrennt ein Aufstand, in dessen Verlauf die fremden Besatzer aus dem Land gejagt werden ... Gong 32/1966 schrieb in seiner Kritik: Der Schweizer Ettore Cella führte Fernsehregie in dieser Stuttgarter Staatstheater-Inszenierung: der Bildschirm gab konzentriert die Tell-Story wieder, die unter der Regie von Karl Vibach sich durch ausgezeichnete Sprachführung und Einfachheit des Bühnenbildes (der vorzügliche Gerd Richter!) hervortat unter den Neuinszenierungen der vergangenen Spielzeit. Erzählt wurde fast naiv die Geschichte eines Aufruhrs gegen die Unterdrücker. Das Schillersche Pathos klang zurückhaltend, aber es blühte doch dort auf, wo es klassisch geworden ist: Rütli-Szene, Stauffacher-Monolog, Apfel-Schuss. Zwing Uri wurde errichtet wie nach dem 13. August 1961 die Mauer in Berlin; mit einfachen Mitteln fügte sich das Szenenbild in die einfache Handlung ein. Der Rezensent gesteht, bewegt worden zu sein durch diese Wiedergabe, die Bühne und Bildschirm so gut gelang. Max Eckard war der Tell: das Naive an diesem Volkshelden kam recht gut heraus, man glaubte ihm sein Außenseiterdasein in der Schwyzer Freiheitsbewegung und den Entschluss zur Tat. Gerhard Just als Stauffacher hatte große Momente. Mit den berühmten und auch abgedroschenen Schillerschen Versen kam er gut zurecht. Sie gewannen zum Teil neues Leben. Das Einfache ist oft das Schwierigste auf der Bühne. Hier gelang es, das Einfache zu meistern Hörzu 32/1966 schrieb in ihrer Kritik: Gleich zweimal – und dazu noch am selben Abend – besuchte das Fernsehen deutsche Bühnen. Die Meinungen werden auseinandergehen, ob der kleine Bildschirm für den "Wilhelm Tell" genügend Platz hat. Kann man außerhalb des Schulzimmers diesen gehäuften Zitatenschatz überhaupt noch verkraften? "Dem Mutigen hilft Gott" mag Bühnenbildner Gerd Richter gedacht haben, als er auf den Brettern des Stuttgarter Staatstheaters statt der Feste bei Altodorf die Berliner Mauer mit Wachturm aufbauen ließ. "Der kluge Mann baut vor", sagte sich Regisseur Karl Vibach und bereicherte seine Inszenierung mit Zwischentiteln wie "Apfelschuss" Hörzu 32/1966, Leserbriefe: Da bescherte uns Regisseur Vibach als "Sonntagsgabe" den "Wilhelm Tell" (angeblich von Schiller). Ich war enttäuscht, denn ich kann mich an wundervolle "Tell"-Aufführungen aus früheren Zeiten erinnern. Zunächst einmal das Bühnenbild: Da ist dem Bühnenbildner wirklich nicht viel eingefallen. Höchstens große Sparsamkeit. Die wilde Waldgegend wurde sehr plastisch durch einen kahlen Baumstamm angedeutet, der wieder gute Verwendung auf dem Rütli fand. Also wirklich sehr sparsam. Oder sollte dadurch das "Wort" hervorgehoben werden? Der Regisseur ließ Schiller im Konversationston sprechen und unterdrückte mit wenigen Ausnahmen jeden großen Ausbruch. Schillers wundervolle Sprache verlangt doch wohl etwas mehr Impulse, ohne dass man deshalb gleich ins ungesunde Pathos verfallen muss. Es gibt da, wie der große Gustaf Gründgens bewies, einen guten Mittelweg; – Stilisierungen in der Dekoration lasse ich mir gern gefallen. Aber sie müssen gekonnt sein. Die "Hohle Gasse" wirkte einfach lächerlich, und das Tell-Haus machte den Eindruck, als ob man kein Geld mehr gehabt hätte, es wenigstens ein bissel anzupinseln. Und dass man in der Schlussszene den Auftritt Rudenz-Berta von Bruneck völlig gestrichen hat – dafür fehlt wahrscheinlich nicht nur mir jedes Verständnis; – Ich fand, dass alle Rollen hervorragend besetzt waren. Die Darstellung sämtlicher Personen, besonders die des Tell, hat mich sehr beeindruckt. Ein Sonderlob für Max Eckard. Ich halte es aber für geschmacklos, das Drama in einer solchen Weise zu kürzen; – Das Mainzer Fernsehen versprach uns ein Meisterwerk deutscher Dichtkunst. Und was bekamen wir zu sehen? Ledlich kümmerliche Auszüge (Eher ab 14) |
| 22:15 | Nachrichten – Wetter |
| 22:20 | Ökumenischer Gottesdienst Von der Weltkonferenz der Kirche und Gesellschaft in Genf Mit einer Ansprache von Martin Luther King Ausschnitte aus einer Aufzeichnung des Schweizer Fernsehens |
Nord 3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
| Sendepause vom 4. April bis 4. September 1966 |
West 3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
| 16:00 | Sport und Musik |
| 19:00 | Programmhinweise |
| 19:15 | Hierzulande – Heutzutage Prisma des Westens |
| 20:00 | Tagesschau Das Wetter morgen |
| 20:15 | Ohne Angabe der Adresse Frz. Spielfilm (1950) |
Hessen 3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
| Sommerpause vom 16. Juli bis 18. September 1966 |
Bayern 3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
| Sommerpause vom 17. Juli bis 18. September 1966 |
DFF[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
| 08:45 | Medizin nach Noten |
| 08:55 | Aktuelle Kamera |
| 09:20 | Im Blickpunkt |
| 09:30 | Der Deutsche Fernsehfunk sendet für Intervision Weltmeisterschaftslauf für Motorräder Direktübertragung vom Sachsenring |
| 10:30 | Kinderfernsehen für Kinder von 6 Jahren an Flax und Krümel |
| 10:50 | Kinderfernsehen für Kinder von 12 Jahren an Junge Künstler im Studio |
| 11:30 | Ostseestudio Rostock Ein Sonntagsausflug zur Ostseemesse 1966 |
| 12:00 | Nachrichten |
| 12:05 | Für die Landwirtschaft Strasburger Komplextipps / Kapitäne an Bord |
| 13:00 | Sonntagsgespräch des Deutschlandsenders |
| 13:30 | Mit Filmreportern unterwegs Auf den Eisgipfeln Mittelasiens / Goldene Hochzeit |
| 14:30 | Wünsch dir was! Mit Irmgard Düren |
| 15:30 | Palette der Jugend Mit Manfred Engelhardt Unsere Titelgeschichte: Wer geht den ersten Schritt? / Gertrud Krüger informiert: Kurz – knapp – wichtig, am Zuschauer-Telefon Achim Gönert (67 23 92) / Für die Denkpause: Musik, serviert von Helmut Plischke Redaktion: Ilse Rubinstein, Regie: Ursula Schmenger, Günter Puppe |
| 16:30 | Nachrichten |
| 16:35 | Harte Männer – weiche Herzen Stan Laurel und Oliver Hardy vor der Stummfilmkamera |
| 17:00 | Bitte, Plätze einnehmen! Sport aktuell Mit Berichten von den Deutschen Meisterschaften im Schwimmen und vom Sachsenring |
| 18:50 | Dazwischen Unser Sandmännchen |
| 19:25 | Die Glückszahlen |
| 19:30 | Aktuelle Kamera |
| 19:50 | Im Blickpunkt |
| 20:00 | Musen im Mäuseturm Beschreibung eines Dichters Ein Spiel mit mehreren Böden, Autor: Jurij Brezan, Dramaturgie: Friedemann Spangenberg, Personen und Darsteller: P. P. Basnik, Dichter (Winfried Wagner), Dame, eine Wissenschaftlerin (Annegret Golding), Irina, ein junges Mädchen (Angelika Waller), A. S. I. Salatbüdner (Horst Westphal), Susanne, eine beinah Weltdame (Evamaria Bath), Mros, ein Bauer (Willi Narloch), Opa Holan (Alois Herrmann), Bürgermeister (Alfred Lux), Sachbearbeiterin (Ursula Mundt), Zwei Schauspieler (Klaus Bamberg, Renate Reinecke), Zwei Hausfrauen (Charlotte Freygang, Wiebke Fuhrken), Müller Bath (Manfred Heinrich), Szenenbild: Reinhard Welz, Musik: Klaus Fehmel, Regie: Georg Leopold |
| 21:30 | Unbändiges Spanien Dokumentation über den 30jährigen Kampf des spanischen Volkes gegen seine Unterdrücker unter Verwendung des Filmes "Spanische Erde" von Jaris Ivens und Ernest Hemingway |
| 22:50 | Nachrichten |
| 22:55 | Bitte, Plätze einnehmen! Sport aktuell |
Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
| 17:00 | Kurznachrichten |
| 17:03 | Für die Kinder von 11 Jahren an Villervalle in der Südsee Heute: Die Schiffbrüchigen |
| 17:30 | Für die Jugend von 11 Jahren an Welt der Jugend Unser internationales Filmmagazin mit Beiträgen aus England (Miniaturstadt Gulliver), Portugal (Ins weite Meer hinaus: Dockanlagen von Belem in Lissabon), Japan (Bunraku, ein Puppenspiel) und dem Österreich-Beitrag "Fassbinderei" Redaktion: Hans Richter |
| 18:00 | Betthupferl Gute-Nacht-Sendung für kleine Leute |
| 18:05 | Für die Familie Mit Rat und Tat Unsere Beratungssendung für den Landwirt Heutiges Thema: Hühnerhaltung Fachberatung: Dipl.-Ing. Rudolf Wicha, Buch und Regie: Helmut Engel |
| 18:30 | Kurznachrichten |
| 19:00 | Der goldene Klang Schweizer Beitrag zur gleichnamigen Eurovisionsreihe: Richard Wagner – Siegfried-Idyll Aufgenommen im Treppenhaus des Richard-Wagner-Museums in Triebschen (Luzern) Dirigent: Marc Andreae, Buch und Regie: Franzi Schuh |
| 19:30 | Aktuelle Sportschau Berichte und Kommentare zu den Wochenendereignissen Von und mit Dr. Kurt Jeschko |
| 20:10 | Erste Abendnachrichten |
| 20:20 | Der Mann des Schicksals Komödie von George Bernard Shaw mit Klaus Schwarzkopf (als Napoleon), Ingrid Ernest (als Fremde Dame), Gerd Baltus (als Leutnant), Hans-Karl Friedrich (als Erzähler und Giuseppe Grandi), Regie: Hans Dieter Schwarze Im Mittelpunkt von Shaws Komödie steht der junge Napoleon Bonaparte, der sich gerade auf seinem Feldzug gegen die Österreicher in Oberitalien aufhält. Als Diebin wichtiger Depeschen entpuppt sich dort eine junge Dame, die im gleichen Gasthaus Quartier bezogen hat. In einer längeren Konfrontation versucht die Frau, den Kaiser von der Lektüre eines Briefes abzuhalten, der offensichtlich über einen Seitensprung von dessen Gemahlin Josephine berichtet. Obwohl dieser Versuch misslingt, kommen sich Napoleon und die Dame entscheidend näher. Den Waffen einer schönen Frau muss sich schließlich sogar Napoleon geschlagen geben ... ARD-Erstsendung: 10. Februar 1963, lief im Technischen Versuchsprogramm am 28. Mai 1966 Österreich-Hörzu 32/1966 schrieb in ihrer Kritik: G. B. Shaw, einer der ausgiebigsten Witzler, den die Geschichte kennt, hat es beim Fernsehen sehr weit gebracht. Seine Komödien, das muss man ihm zugestehen, eignen sich für den Schirm, als hätte ihn der verschmitzte Ire vorausgeahnt. Shaw legte den größten Wert auf Dialoge, hier konnte er brillieren, geistreicheln und wohl auch eitel sein. Die Handlungen dagegen erfordern, in vielen Fällen wenigstens, keinen großen Bühnenapparat. Das ist gut für das Fernsehen: Die Kamera kann den Figuren "unter die Haut" fahren, ihr Schauplatz ist weniger die Kulisse, ihr Schauplatz sind Gesichter. Shaws Komödie "Der Mann des Schicksals" wurde von Hans Dieter Schwarze auch entsprechend in Szene gesetzt. Die Geschichte aus Napoleons jungen Jahren ist kein Geniestreich. Manchmal funkeln durchaus weise, geschliffene Formulierungen und Gedanken auf, aber man muss sie sich verdienen und viel weniger Gescheites dazu anhören. Außerdem ist Shaws Humor von seinen Nachbetern plagiiert oder wenigstens variiert worden, und dieser Art zu witzeln kann einem also nicht mehr neu sein. So kommt es, dass manche Dialogstelle das hatte, was der alte Shaw gleichfalls besaß: einen Bart |
| 21:40 | Das Wort zum Sonntagabend Eine Sendung der evangelischen Kirche Es spricht Pfarrer Josef Karner zum Thema "Freizeit" |
| 21:50 | Zweite Abendnachrichten |
Österreich – Technisches Versuchsprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
| 19:00 | Kurznachrichten |
| 19:03 | Silence please Aus den Kindertagen des Films |
| 19:30 | Sergei Rachmaninow Concerto Nr. 3, op. 30, für Piano und Orchester Pianist: Kurt Leimer, es spielt das Orchester der italienischen Schweiz, dirigiert von Otmar Nussio |
| 20:05 | Der Hund, der „Herr Bozzi“ hieß Filmkomödie mit Peter Ustinov Erstsendung im ORF-Hauptprogramm: 31. Dezember 1964 |
Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
| 10:00 | Ökumenischer Gottesdienst Übertragung aus der Kathedrale St. Pierre in Genf anlässlich der Konferenz "Eglise et la Société" mit Pastor Martin Luther King An der Orgel: Pierre Segond |
| 14:15 | Tessiner Rad-Rundfahrt Sprecher: Karl Erb Direktübertragung aus Lugano |
| 15:00 | Studio Uno (1) Unterhaltungsprogramm des Italienischen Fernsehens RAI mit Mina, Alice und Ellen Kessler und anderen, Gast: Vittorio de Sica |
| 16:00 | Sonntags zwischen vier und sechs Ein Familienprogramm, präsentiert von Fritz Schäuffele |
| 18:10 | Galapagos (4) Eine Forschungsreise mit der Kamera zur Arche Noah im Pazifik Heute: Freundschaft mit Seelöwen |
| 18:35 | Drei in Paris Filmfeuilleton von Robert Guez mit Henri Tisot, Claude Rollet, Jacques Ruisseau |
| 19:00 | Sport Berichte und Toto-Ergebnisse |
| 19:15 | Nachrichten |
| 19:20 | Widerstand, Hochverrat oder Tyrannenmord (1) Problematik des 20. Juli 1944 |
| 20:00 | Tagesschau |
| 20:15 | Sport am Wochenende |
| 20:35 | Die Katze zeigt die Krallen Frz. Spielfilm (1960) mit Horst Frank (Deutsche Fassung) |
| 22:05 | Nachrichten |
| 22:10 | Widerstand, Hochverrat oder Tyrannenmord (2) Problematik des 20. Juli 1944 |
| 22:55 | Wiederholung der Tagesschau / Programmvorschau |
| Sa, 16. Juli 1966 ◀ 1966 ▶ Mo, 18. Juli 1966 |


