Do, 12. November 1959
Seite zuletzt bearbeitet vor 108 Tage
Aus TV-Programme
Zur Navigation springen
Zur Suche springen
| Mi, 11. November 1959 ◀ 1959 ▶ Fr, 13. November 1959 |
ARD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
| 17:00 | Jugendstunde Klasse 7a filmt Ein Wettbewerb für filmbegeisterte Schüler: Vorauswahl Nach englischem Vorbild wurde auch bei uns ein Wettbewerb für Schüler ausgeschrieben, die Interesse an Filmarbeit haben. Ähnlich wie in Großbritannien hat man dabei weniger Wert auf perfektes und raffiniertes Filmen gelegt, wie es meist von deutschen Amateur-Klubs vorexerziert wird; man möchte viel mehr, dass in den Filmchen so etwas wie Ursprünglichkeit und gesunde Naivität zum Ausdruck kommen. Die heutige Vorauswahl wird erweisen, ob diese Erwartungen erfüllt werden konnten. Es winken Geld- und Trostpreise. – Deutschlands jüngste Filmgesellschaft ist die Offenbacher Thalia, in der sich junge Studenten aus Frankfurt und Werkkunstschüler aus Offenbach mit großer Filmbegeisterung und Experimentierlust zusammengeschlossen haben. Nach zwölfwöchigen Dreharbeiten hat das junge Filmteam den etwa halbstündigen Experiment-Film "Spiel neben der Treppe" hergestellt. Die Studenten haben ihren Streifen ohne finanzielle Unterstützung, nur mit viel Initiative und dem Erlös ihres in Fernsehen und Kino gezeigten Kulturfilms über Katalonien gedreht. "Spiel neben der Treppe" handelt von drei jungen Menschen an einem Vormittag, in deren Begegnung das Gleichnis ihres Lebens aufgezeigt wird (SDR) |
| 17:30 | Die Texas Rangers Aus der Geschichte einer berühmten Polizeitruppe (Schmalfilm-Aufnahme / – 18:00 Uhr / SDR) |
NDR/RB | |
| 18:45 | Die Nordschau |
| 19:30 | Sehpferdchen zeigt Energie für Europa |
SFB | |
| 19:00 | Berliner Abendschau |
| 19:15 | Die fröhliche Kamera (– 19:45 Uhr) |
WDR | |
| 18:45 | Hier und heute Der Westen in Bildern, Berichten und Begegnungen |
| 19:25 | Intermezzo Nach Pennys Art |
HR | |
| 19:00 | Die Abendschau |
| 19:30 | Zwischen halb und acht Bei wem zu Gast |
SDR/SWF | |
| 19:00 | Die Abendschau |
| 19:30 | Zwischen halb und acht Bei wem zu Gast |
BR | |
| 18:45 | Die Münchner Abendschau |
| 19:30 | Zwischen halb und acht Bei wem zu Gast |
| 20:00 | Nachrichten und Tagesschau Vom Deutschen Fernsehen aus Hamburg Leitung: Martin S. Svoboda |
| 20:20 | Paradies – trotz kleiner Fehler Unterwandern die Deutschen das Tessin? Eine kritische Betrachtung von Robert Lucian und Wolfgang Seiffert, Kamera: Rudolf Jasmer Das Tessin ist modern geworden. Wer Geld hat und wem bei uns die Steuern zu hoch sind, baut sich ein Haus am Lago Maggiore, am Luganer See oder im hübschen Bellinzona. Die Grundstücksmakler im Tessin freuen sich, dass durch die deutschen Baulustigen die Bauland-Preise in schwindelerregende Höhen gestiegen sind. Die Schweizer Behörden fühlen sich bei dieser Unterwanderung aus dem Norden weniger wohl Hörzu 48/1959 schrieb in ihrer (allgemeinen) Kritik: Macht Lehren mehr Spaß als Lernen? Es muss wohl so sein. Unser Fernsehen jedenfalls betreibt das Lehren mit Inbrunst, vom Lernen dagegen will es nicht viel wissen. Dabei gäbe es, gerade was das Lehren angeht, eine Menge zu lernen: wie man etwa einen schwierigen Stoff locker gestaltet, wie man das Schwere mit dem Leichten koppelt, wie man die deutsche Sprache nicht nur richtig, sondern auch mit Eleganz gebraucht, wie man vor allem einen Stoff schmackhaft macht. Denn so lernbegierig, wie unsere Fernseh-Gestalter anzunehmen scheinen, ist der normale Zuschauer wohl garnicht, wenn er sich nach des Tages Last und Müh' vor den Bildschirm setzt. Zulernen ja, aber es müsste schon etwas Besonderes sein; zumindest müsste die Form ihn verlocken und verleiten. Leider ist es damit gar traurig bestellt. Das meiste präsentiert sich bieder und brav, trocken und provinziell nach dem Wahlspruch: Friss oder schalt ab! Über dem Mittelmaß lagen nur zwei Sendungen der Sparte Bericht und Unterrichtung: Heinz Maegerleins nachdenkliches und zum Nachdenken anregendes Sportfeuilleton "Zwischen Sommer und Winter" und die etwas lang geratene, aber aufschlussreiche und gut gemachte Tessin-Reportage "Paradies – trotz kleiner Fehler". Beide Sendungen hatten einen aktuellen Hintergrund. Das war ihr Vorteil gegenüber manchem anderen Thema. Gong 48/1959 schrieb in seiner Kritik: So schlimm ist es ja gar nicht! Das war das Fazit der Sendung "Paradies – trotz kleiner Fehler", mit der der NWRV eigentlich über das Tessin berichten wollte, letzten Endes aber die unbeantwortet gebliebene Frage aufwarf, wie es möglich ist, dass die deutsche Presse mit dieser fast einmütigen Beharrlichkeit unsachliche Informationen weitergeben konnte (Schmalfilm-Aufnahme / NWRV) |
| 21:00 | Peripherie Von Frantisek Langer, deutsch von Otto Pick, mit Lotte Ledl (Anna), Hannes Siegl (Franzi), Robert Tessen (Toni), Bert Fortell (Barborka), Bruno Hübner (Der Richter), Manfred Inger (Der Herr), Gretl Schörg (Die Dame, seine Frau), Kurt Hoffmann (Der Varieté-Direktor), Viktor Weiß (Der junger Mann), Paul Dättel (Der Kommissar), Otto Gries (Erster Schutzmann), Werner Kreindl (Zweiter Schutzmann), Heinrich Hermecke (Dritter Schutzmann), Hannelore Fischer (Das Dienstmädchen) sowie Reta Rena, O. Bloss, H. Fuchs, Rudolf Kleinfeld-Keller, Der Sprecher: Bernhard Wilfert, Musikalische Bearbeitung: Werner Haentjes, Szenenbild: Hanna Jordan, Aufnahmeleitung: Karl Fruchtmann, Gesamtleitung: Wilhelm Semmelroth, Fernsehbearbeitung und Regie: Edward Rothe Erzählt wird die Geschichte des kriminellen Kellners und Eintänzers Franzi. Er kommt nach Verbüßung einer Haftstrafe in das Prager Armenviertel an der Peripherie der "Goldenen Stadt" zurück. Dort trifft er die hübsche Anna, die ihn zunächst hintergeht. Ohne zu wollen erschlägt er ihren reichen Liebhaber ... Die Sendung gehörte laut Bild + Funk 35/1961 zu den erfolgreichsten WDR-Produktionen des Jahres 1959 und verhalf dem Autor Langer zu einem Comeback bei Theater und Fernsehen, nachdem der in den 20er-Jahren erfolgreiche Schriftsteller nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland in Vergessenheit geriet Gong 45/1959: Wie der Ungar Ödön von Horvath gehört auch der Tscheche Frantisek Langer, geb. 1888, zu jenen Avantgarde-Dramatikern der Nachfolge-Staaten Österreich-Ungarns, die nach dem Ersten Weltkrieg dem modernen realistischen Drama entscheidende Impulse gaben. Seine Gestalten sind die seltsamen Heiligen aus dem Proletariat und dem Kleinbürgertum, die wir schon aus Gorkis "Nachtasyl" kennen: mit scharfer Beobachtungsgabe und hintergründigem Humor gezeichnete "Gerechte" aus dem Milieu der Vorstadtbeisel, der billigen Absteigquartiere und der Polizeigefängnisse. "Peripherie" (1925), die Geschichte von dem kriminellen Kellner und Eintänzer Franz und seiner Anna, ist eine dramatisierte Moritat, ein szenisches Bänkellied aus der Prager Vorstadt von eigenartig poetischer Anschauungskraft. Für Jugendliche dürfte das Spiel nicht geeignet sein Hörzu 45/1959: Frantisek Langer versucht in diesem wie in allen seinen Stücken, von der "Peripherie" des Menschen in die Tiefen der Seele vorzudringen, die Absichten und geheimsten Gedanken zu ergründen Hörzu 48/1959 schrieb in ihrer Kritik: [..] etwas lang, aber gut gespielt und ausgezeichnet inszeniert von Edward Rothe Gong 48/1959 schrieb in seiner Kritik: Was Frantisek Langer Mitte der Zwanziger Jahre in seinem Drama "Peripherie" gestaltete, mag heute in seiner Problematik schon überholt sein. Das Milieu der Dreigroschenoper, auf Prager Vorstadtverhältnisse übertragen, scheint darin vorweggenommen zu sein, die eigenwillige Definition der Gerechtigkeit könnte von der neuromantischen Periode Gerhart Hauptmanns her nachklingen. Wie jedoch Langer den Stoff gestaltete, das verleiht ihm noch heute eine unmittelbare Lebendigkeit. Edward Rothe gab der Kölner Inszenierung balladeske, fast moritatenhafte Stimmungselemente mit und ließ die Szenen wie in einer Holzschnittfolge vorüberziehen, die sich immer wieder zum beklemmend Unheimlichen hin verdichtete. Nicht zuletzt lag das auch an den vorzüglichen Darstellern, die überzeugend mit den sprachlichen Schwierigkeiten ihrer Rollen fertig wurden und sich in eine hintergründige Realistik hineinsteigerten, die auch noch über die etwas unbefriedigenden Schluss hinaus nachwirkte (– gegen 23:00 Uhr / NWRV) |
DFF[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
| 11:00 | Wir wiederholen für Spätarbeiter Aktuelle Kamera |
| 11:15 | Wir wiederholen für Spätarbeiter Ein Paradies wird umgegraben (1) Reisebericht aus Indonesien |
| 11:55 | Wir wiederholen für Spätarbeiter Rund um die Welt |
| 16:00 | Kinderfernsehen für Kinder von 3 Jahren an Spaziergang durch den Berliner Tierpark |
| 17:30 | Schule und Leben |
| 18:00 | Unsere Sportstafette Heute: Fußballer auf der Schulbank |
| 18:40 | Sendung für die Frau In den Kochtopf geguckt / Unser besonderer Tipp: Gepflegt sein kann jeder! |
| 19:10 | Abendgruß des Kinderfernsehens |
| 19:15 | Aktuelle Kamera |
| 19:30 | Carmen Oper in vier Akten von Georges Bizet Übertragung aus dem Erkel-Opernhaus Budapest |
| Anschließend Gestern – heute – morgen |
Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
| 19:30 | Sportkaleidoskop |
| 20:00 | Zeit im Bild |
| 20:20 | Hausfrau sein dagegen sehr (11) Eine Diskussion über Ziel und Zweck der Konsumentenberatung in Zusammenarbeit mit dem Verband österreichischer Konsumentenorganisationen Gestaltung: Herbert Hauk |
| 21:00 | Peripherie Übernahme vom Deutschen Fernsehen Die Wiener Arbeiterzeitung schrieb am 15.11.1959: Aus Köln war die Einstudierung von Frantisek Langers poetischem Volksstück "Peripherie" übernommen. Trotz der deutlichen Anlehnung an Molnars "Liliom" zeigt diese Liebeserklärung an die Außenseiter der menschlichen Gesellschaft in seiner Handlung, seinen Figuren und seiner Tendenz sehr viel Eigenpersönlichkeit des tschechischen Autors, sehr viel echt dichterisches Vermögen. Die Regie Edward Rothes arbeitete mit dezenten und doch wirkungsvollen Pastelltönen; unmotiviert war es allerdings, alle Personen mit ausgeprägtem tschechischen Akzent sprechen zu lassen, der über das bekannte Prager Deutsch weit hinausging. Die beiden jugendlichen Hauptrollen waren von Lotte Ledl einfach, innig und überzeugend und von Hannes Siegl, als eben entlassener Sträfling glaubhafter denn als Liebhaber, verkörpert, den Richter spielte Bruno Hübner: im ersten Teil zu sehr aus dem Gesamtstil fallend, in seiner großen Szene aber ungemein scharf profiliert. Ausgezeichnet auch Robert Tessen (Toni), Paul Dättel (Kommissär), Bert Fortell und Manfred Inger; in kleinen Rollen Gretl Schörg und Hannelore Fischer. Ein durchaus bereichernder Abend, um einiges gehaltvoller als das "Liebesplädoyer" |
| Anschließend Zeit im Bild |
Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
| 17:30 | Magazin der Frau |
| 18:00 | Kinderstunde (– 18:30 Uhr) |
| 20:15 | Tagesschau |
| 20:30 | So leben unsere Nachbarn |
| 21:00 | Peripherie Übernahme vom Deutschen Fernsehen |
| Anschließend Programmvorschau / Nachrichten / Wiederholung der Tagesschau |
| Mi, 11. November 1959 ◀ 1959 ▶ Fr, 13. November 1959 |


