Do, 24. September 1959

Seite zuletzt bearbeitet vor 214 Tage
Aus TV-Programme
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Mi, 23. September 1959   ◀                 1959                 ▶   Fr, 25. September 1959

ARD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

17:00 Jugendstunde
Jazz für junge Leute
Mit Olaf Hudtwalcker und Horst Lippmann
In der neuen Ausgabe stellen die beiden Moderatoren die "Modern Jazz Group Freiburg" vor. Das Quintett, bereits dreimal Sieger des Amateur-Jazzfestival Düsseldorf und damit bei allen Jazzfreunden bekannt, besteht aus zwei schweizerischen (Umberto Arlatti, Trompete und Francis Notz, Tenorsaxofon) und drei deutschen (Eberhard Stengel, der 1958 auch bester Musiker des Düsseldorfer Festivals wurde am Schlagzeug, Karl Theodor Geier, Bass und Waldi Heidepriem, Piano) Mitgliedern
17:40 Picknick – damals und heute
Ein junges Ehepaar, "Er" und "Sie", demonstrieren in acht Zeichnungen komische Situationen beim Camping. Diese modernen Motive, die neben Bildern, Zeichnungen und Stichen berühmter Meister stehen, sollen dem altmodisch gewordenen Picknick wieder zu Ansehen verhelfen, sollen den Unterschied aufzeigen zwischen dem geruhsamen, genüsslichen Höhepunkt eines Ausflugs in früheren Tagen und den Entartungen des heutigen Naturlebens. Unter anderem werden Werke von Spitzweg, Brueghel, Renoir, Goya, Seurat und Watteau in der Sendung, die sich besonders an die jungen Zuschauer wendet, zu sehen sein. Den Kommentar spricht Axel Ivers (– 18:00 Uhr / HR)

NDR/RB
 18:45 Die Nordschau
 19:30 Sehpferdchen zeigt
Weite Welt: Fischfang vor Grönland

SFB
 19:00 Berliner Abendschau
 19:15 Fred-Kraus-Brettl
– 19:45 Uhr

WDR
 18:45 Hier und heute
Der Westen in Bildern, Berichten und Begegnungen
 19:25 Intermezzo
So ein Seemann ...

HR
 19:00 Die Abendschau
 19:30 Zwischen halb und acht
Unterhaltung frei Haus

SDR/SWF
 19:00 Die Abendschau
 19:30 Zwischen halb und acht
Unterhaltung frei Haus

BR
 18:45 Die Münchner Abendschau
 19:30 Zwischen halb und acht
Unterhaltung frei Haus

20:00 Nachrichten und Tagesschau
Vom Deutschen Fernsehen aus Hamburg
20:20 Tiere der Wildnis
Ein Afrika-Film von Armand und Michaela Denis
In der Kalahari-Wüste trafen die beiden Reisenden die Gäms- und Springböcke und es gelang ihnen, die Herren der Wüste im Rivalitätskampf um eine junge Löwin zu filmen. Südlich von Kapstadt beobachteten sie den graziösen Egret und den Kuhreiher und machten Aufnahmen beim Ausschlüpfen der Jungvögel
Hörzu 41/1959, Leserbrief: Diese Reihe ist eine wertvolle Bereicherung des Abendprogramms. Was das Ehepaar Denis hier zusammengetragen hat, ist mustergültig (BR)
20:45 Kasimir und Karoline
Volksstück von Ödön von Horváth, Personen und Darsteller: Kasimir (Bert Fortell), Karoline (Ruth Drexel), Rauch (Bum Krüger), Speer (Fritz Rasp), Der Ausrufer (Walter Bach), Ein Liliputaner (Josef März), Schürzinger (Hans Clarin), Der Merkl Franz (Hans Reiser), Dem Merkl Franz seine Erna (Hertha Martin), Elli (Franziska Stömmer), Maria (Lore Frisch), Juanita (Ursula Herking), Der Sanitäter (Rudolf Rhomberg), Der Arzt (Karl Lieffen), Die Kellnerin (Rosl Mayr), Der Mann mit dem Bulldoggkopf (Josef März), Musik: Rolf Wilhelm, es spielt die Kapelle Hugo Strasser, Szenenbild und Kostüme: Walter Dörfler, Regie: Michael Kehlmann
Vor der lärmenden, alkoholgeschwängerten Kulisse des Münchner Oktoberfestes, inmitten von Amüsement, Abnormitäten und Achterbahn stirbt die Liebe zwischen dem arbeitslos gewordenen Chauffeur Kasimir und der kleinen Bürobediensteten Karoline. Während Karoline beim Zuschneider Schürzinger Trost sucht, trifft Kasimir auf das vorbestrafte Dienstmädchen Erna ...
Hörzu 38/1959: Zwischen Rummel, Bier und Weißwürstchen, aus dem Treiben auf dem Oktoberfest heraus schält der deutsch-ungarische Dichter Ödön von Horvath das Schicksal einiger Menschen – einfacher Leute, die mit Leid beladen sind wie alle anderen. Aber wie tief, wie kompliziert sind doch diese Seelen! Wie kämpfen die Triebe des Lebens gegen dumpfe Trostlosigkeit, gegen die Verzweiflung! – Ein Volksstück hat der Dichter sein Werk genannt, und es geht auch volkstümlich zu. Aber Horvath wollte keine vergnügliche Erbauung schenken. Er wollte kämpfen und aufrütteln. Das Schicksal der Büroangestellten Karoline, des Merkl-Franz, des Kasimir, des Schürzinger – es wird unter den Händen des Dichters zu einer Anklage. Die Liebe zerbricht an den Nöten der Zeit. Menschlichens und Unmenschliches bricht herauf an die Oberfläche. In dem heiteren Wies'n-Getriebe verbergen sich Trübnis und Verbrechen. Der Humor ist makaber. – Ödön von Horvath, der 1938 in der Emigration während eines Gewitters von einem herabstürzenden Ast erschlagen wurde, war eine große Hoffnung der deutschen Literatur. Phantastik und Realistik zugleich prägen seine Werke; Ironie und Leidenschaft sprechen aus ihnen. Der Dichter war ein besessener Streiter, ein "Spielverderber", der den Menschen die Larve herunterriss
Gong 38/1959: Der Autor [...] nennt es ein "Volksstück". Aber durch diese Bezeichnung soll man sich nicht täuschen lassen. Es wird zwar bayerisch gesprochen in diesem Werk – ein seltsames Bayerisch, das immer wieder in ein gespreiztes Hochdeutsch übergeht – aber hinter dieser merkwürdigen Volkstümlichkeit steckt mehr, viel mehr als das Bajuwarische. "Kasimir und Karoline" ist eine dramatische Dichtung, die man dämonisch nennen kann: Menschentypen und Menschenseelen enthüllen sich im Bierrausch. Alle Schrecklichkeit des Menschlichen, des Unmenschlichen offenbart sich. Dahinter freilich steht, wie eh und je in der Dichtung, die Liebe – die innige und doch tragische Beziehung zwischen dem "abgebauten" Chauffeur Kasimir und der naiven Karoline. Naiv? Nein, auch diese kleine Münchner Büroangestellte ist in ihren Grundzügen eine komplizierte Gestalt, fast so kompliziert wie eine Figur von Frank Wedekind ... Also nicht gerade das, was man ein erquickliches Stück nennt. Der Autor [...] war in den zwanziger Jahren unseres Jahrhunderts einer jener seltenen Dichter, die man in der Literaturgeschichte gewöhnliche als "béte noire" bezeichnet: ein Spielverderber, ein Bekämpfer der falschen Volkstümlichkeit, ein vehementer Satiriker, nur eben auch immer ein wirklicher Dichter. Daher kommt es, dass er heute, da die Sprache von so vielen seiner expressionistischen Zeitgenossen verstaubt oder gekünstelt wirkt, lebendig ist wie vor dreißig Jahren. Für Jugendliche dürfte das Stück nicht geeignet sein
Gong 41/1959 schrieb in seiner Kritik: Als Oktoberfest-Ballade, von Drehorgelmusik untermalt, entfaltete sich Ödön von Horvaths Volksstück "Kasimir und Karoline" vor einer Szenerie, die dem Regisseur wie auch dem Szenenbildner alle Ehre macht. Das Stück selbst – echt im Ton, aber in der Handlung hart an die Grenze des Erträglichen gehend – bekennt sich zur pessimistischen Ansicht, dass unser Leben aus einer Kette von Missverständnissen besteht, die der Autor bühnenwirksam und herb und sparsam im Dialog aneinanderreiht. Die beklemmende, fast dämonische Handlung unterstrich Regisseur Michael Kehlmann durch die melurenhaften Gesichter seiner Statisten, mit penetranten Großaufnahmen vor die Kamera geholt und wie die Masken eines Satyrspiels zwischen die einzelnen Szene gestellt. Schauspielerisch bot die Münchner Inszenierung großartige Momente, die sich nicht allein in den Leistungen von Ruth Drexel, Hans Clarin und Bum Krüger erschöpften
Hörzu 41/1959 schrieb in ihrer Kritik: Das Münchner Oktoberfest bildet die schillernde Kulisse zu Ödön von Horvaths Volksstück "Kasimir und Karoline". Der Dichter hat sich nicht von dem Trubel, von der allgemeinen "Gaudi" blenden lassen. Zwischen Bierseidel und Weißwürsten, zwischen Schaubuden und Eisständen erkennt er die wahren Gesichter der Menschen, ihre Brutalität, ihren Egoismus, ihre Gemeinheiten, aber auch ihre Einsamkeit und ihre Ausweglosigkeit. Er lässt die Leute reden, wenn sie im Bierrausch alle Fesseln bürgerlicher Konvention über Bord geworfen haben. Ein hartes Stück, derb, realistisch, aber von Grund auf ehrlich. So realistisch wie das Stück war auch Michael Kehlmanns Inszenierung. Haupt- und Nebenrollen waren vortrefflich besetzt
Hörzu 42/1959, Leserbriefe: Das war ein sehr nettes bayerisches Volksstück, in dem vorzüglich gespielt wurde. Besonders Bert Fortell, Hans Reiser und Ruth Drexel waren einzigartig; – Dieses Volksstück hat uns viel Freude gemacht. Es hob sich wohltuend von den Klamaukstücken des Millowitsch-Theaters ab; – Stücke in dieser Art sollte man öfter bringen, weil sie nicht bewusst fürs "gemeine Volk" gemacht und gespielt werden, sondern weil sie das Volk ungeschminkt und lebensnah zeigen
Hören & Sehen 42/1959 schrieb in seiner Kritik: [...] Unter der farbigen Regie von Michael Kehlmann wurde das unsterbliche Münchener Oktoberfest zur differenzierten Kulisse für eine lebensstrotzende Geschichte. Großartig Ursula Herking, Bum Krüger und Fritz Rasp
Gong 42/1959, Leserbrief: Ich frage mich, was dieses widerwärtige Stück im Fernsehprogramm zu suchen hat. Es ist doch nicht die Aufgabe eines Dichters, betrunkene Menschen darzustellen (BR) Mehr Informationen in der deutschen Wikipedia

DFF[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

11:00 Wir wiederholen für Spätarbeiter
Aktuelle Kamera
11:15 Wir wiederholen für Spätarbeiter
Der zweite Weg
Ein Institut hilft der Industrie
11:45 Wir wiederholen für Spätarbeiter
Karbid fällt nicht vom Himmel
Auf einem Bauplatz der Jugend notiert
13:00 Testsendungen
U.a. von 13:30–15:00 Uhr: "Bewegte Jugend" (– 16:00 Uhr)
16:00 Kinderfernsehen für Kinder ab 14 Jahren
Regina berät dich
45 Minuten Berufsberatung
Anschließend
Testsendungen
– 17:30 Uhr
17:30 Schule und Leben
Eine Sendereihe für Lehrer und Erzieher
18:15 Unsere Sportstafette
Heute: Fußballer auf der Schulbank
18:55 Abendgruß des Kinderfernsehens
19:00 Sendung für die Frau
In den Kochtopf geguckt
19:30 Neues aus Wissenschaft und Technik
Anschließend
Wetterdienst
20:00 Aktuelle Kamera
20:15 Wie die Wilden
Fernsehfilm von Ruth Heucke-Langenscheidt nach dem Bühnenstück von Sergey Mikhalkov, Dramaturgie: Hildegard Tetzlaff, mit Jutta Auerbach (Vera), Brigitte Krause (Silvia), Rolf Herricht (Kolja), Alfred Cogho (Anton), Wolfram Schaerf (Stepan), Regie: Ruth Heucke-Langenscheidt
21:40 Münchner Bilderbogen
Weil du arm bist, brauchst du keine Wohnung
Anschließend
Neues vom Tage

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

19:30 Sport
20:00 Der Zerrissene
Von Johann Nestroy mit Josef Meinrad (Herr von Lips, ein Kapitalist), Viktor Braun (Stifler, sein Freund), Heinz Winter (Sporner, sein Freund), Erich Dörner (Wixer, sein Freund), Alma Seidler (Madame Schleyer), Hugo Gottschlich (Gluthammer, ein Schlosser), Franz Böheim (Krautkopf, Pächter auf einer Besitzung des Herrn von Lips), Christiane Hörbiger (Kathi, seine Anverwandte), Paul Pranger (Staubmann, Justitiarius), Emmerich Reimers (Anton, Bediente bei Herrn von Lips), Walter Gerhardt (Josef, Bediente bei Herrn von Lips), Peter Kreuziger (Christian, Bediente bei Herrn von Lips), Franz Pokorny, Hans Normann, Theo Prokop, Herbert Nitsch (Knechte bei Krautkopf), Eduard Fuchs, Johann Pata (Drescher), Musik: Kurt Heuser, Inszenierung: Rudolf Steinboeck, Bühnenbild und Kostüme: Erni Kniepert, musikalische Leitung: Alexander Steinbrecher
Übertragung aus dem Akademietheater
Der blasierte, steinreiche Herr von Lips ist ein "Zerrissener", der mit seinem Weltverdruss kokettiert und seinen Freunden schwört, die erste Frau zu heiraten, die ihm an diesem Tag begegnet. Witwe Schleyer, die gekommen ist, um Lips eine Teilnehmerkarte an ihrem Ball zu verkaufen, nimmt seinen Antrag freudig an. Das freut die schöne Kathi weniger, die schon lange für ihren Paten Lips schwärmt. Kathi erfährt, dass Witwe Schleyer die Angebetete des zufällig im Hause Lips arbeitenden Schlossers Gluthammer ist. Im eifersüchtigen Handgemenge stürzen Lips und Gluthammer in einen reißenden Bach. Lips, der den anderen für ertrunken hält, glaubt nun, der Mörder des Schlossers zu sein und sucht als Knecht Unterschlupf bei seinem Pächter Krautkopf, dem Dienstherrn Kathis. Gleichzeitig bittet Gluthammer aus ähnlichen Erwägungen ebenfalls Krautkopf um Obdach. Und Lips Freunde und Erben erscheinen, um den Pachthof zu übernehmen. Verkleidet erkennt Lips den wahren Charakter der Leute ...
Anschließend
Zeit im Bild

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

17:30 Kinderstunde
Mit Kopf, Herz und Hand ...
Schlusssendung mit Preisverteilung: Ein Pony, ein Muneli, ein Kälbchen und ein junger Hund (– 18:00 Uhr)
20:15 Tagesschau
20:30 Session im Bundeshaus
Orientierung von Dr. Ernst Mörgeli
20:35 San Demetrio
Englischer Spielfilm von Charles Frend Mehr Informationen in der deutschen Wikipedia
22:05 Programmvorschau / Nachrichten / Wiederholung der Tagesschau

Mi, 23. September 1959   ◀                 1959                 ▶   Fr, 25. September 1959