Mi, 17. Juni 1959
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| Di, 16. Juni 1959 ◀ 1959 ▶ Do, 18. Juni 1959 |
ARD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
| 10:55 | Feierstunde zum Tag der deutschen Einheit Festansprache: Professor Konze, Heidelberg Es spielt das Städtische Orchester, Düsseldorf Übertragung aus dem Bundeshaus in Bonn (– 12:15 Uhr / NWRV) Hörzu 27/1959 schrieb in ihrer allgemeinen Kritik: In der Berichtzeit haben die Fernseh-Sender ihr Soll an Sendestunden weit überschritten. Sie werden das mit Genugtuung vermerken, denn in den Bilanzen nimmt sich so etwas recht beachtlich aus. Das Publikum und der Kritiker lassen sich von solchem Stunden-Übersoll nicht täuschen! Für sie ist nur die Qualität ausschlaggebend. Wenn das einmal bei den Programmgestaltern ebenso ist, werden wir ein ganzes Stück weiter sein. Vorläufig zerbricht man sich darüber in den Studios nicht den Kopf. Man füllt die Sendezeit, man überschreitet sie – und schläft guten Gewissens weiter. Am 17. Juni beging die Bundesrepublik den Tag der Deutschen Einheit. Erfüllt von der Sorge, die Deutschen würden in diesem Tag nicht eine Verpflichtung, sondern nur einen zusätzlichen Feiertag sehen, hatten Regierung und Verbände zur Besinnung und zu ernster Einkehr aufgerufen. Dem Volke wurde hinterher bescheinigt, es habe diesen Ruf verstanden. Das Deutsche Fernsehen aber machte sich einen Ruhetag. Das Programm wurde von ein paar Technikern bestritten. Morgens übertrug man die Feierstunde im Bundestag. Schön und gut. Nachmittags zeigte man zum drittenmal und in einer miserablen Aufzeichnung Oelschlegels "Romeo und Julia in Berlin". Abends wiederholte man die Vormittags-Sendung in Ausschnitten. Und dann spulte man einen italienischen Spielfilm herunter. Wir sind gespannt, was der Programmbeirat dazu sagt! |
| 17:00 | Wiederholung in einer Fernsehaufzeichnung Romeo und Julia in Berlin Von Gerd Oelschlegel, Fernsehbearbeitung: Carl Dietrich Carls und Hanns Korngiebel, mit Reinhold Bernt (Paul Lünig, Pächter der Kneipe), Ilse Fürstenberg (Emmi Lünig, seine Frau), Marion Degler (Judith, beider Tochter), Herbert Weißbach (Hans Brink, Wohnungsinhaber und Verpächter der Kneipe), Marianne Müller (Hanna Brink, seine Frau), Herbert Stass (Karl, ihr Sohn), Paul Günther (Briefträger), Joachim Nottke (Steffen), Benno Gellenbeck (Kriminalbeamter), Lotte Brackebusch (Frau Kriebel), Szenenbild: Karl Hermann Joksch, Produktion: Hanns Farenburg, Regie: Hanns Korngiebel Im Ost-Berlin des Jahres 1953 leben in unversöhnlicher Feindschaft Hans Brink, ein Mann der Ost-CDU und der eingefleischte Kommunist Paul Lünig, der eine Kneipe in Brinks Haus gepachtet hat. Brinks Sohn Karl, der von der Polizei verfolgt wird, kann mit Hilfe von Lünings Tochter Judith in den Westsektor der Stadt flüchten. Die beiden jungen Menschen, die Zuneigung zueinander gefasst haben, beschließen, sich in Westdeutschland ein neues Leben aufzubauen. Kurz nach der heimlichen Hochzeit in einem Westberliner Flüchtlingslager erkrankt Judith und muss im Elternhaus das Bett hüten. Als Karl keine Nachricht von ihr erhält, wagt er den riskanten Gang über die Zonengrenze, von dem er nicht mehr zurückkehrt. Vor dem Haus seiner geliebten Frau wird er von einem Volkspolizisten erschossen ... Gerd Oelschlegels Hörspiel hatte zu den erregenden und erschütternden Vorgängen des 17. Juni 1953 eine enge Beziehung. Es wurde als Hörspiel zur gleichen Zeit gesendet, als die Folgen der deutschen Spaltung auf den Straßen Berlins zur tragischen Wirklichkeit geworden waren. Seither ist das Hörspiel über fast alle deutschen Sender gelaufen, 1957 wurde der Stoff als Theaterstück gleichzeitig von vier deutschen Bühnen uraufgeführt, aus dem Sommer dieses Jahres stammt auch die Fernsehbearbeitung Gong 24/1959: Das Schicksal des klassischen Liebespaares, das erst im Tod zueinander finden kann, wiederholt sich in unserer Zeit, in der willkürliche Grenzen die Menschen voneinander trennen, immer wieder von neuem. Oelschlegels Tragödie spielt im Berlin unserer Tage an der Sektorengrenze. Der Kneipenpächter Paul Lünig, ein überzeugter Kommunist, hat keine Ahnung davon, dass seine Tochter Judith den nach Westberlin geflüchteten Sohn des Wohnungsinhabers Brink liebt und als seine Ehefrau mit ihm nach dem Westen gehen will. Schon scheint sich für das junge Paar eine neue Zukunft abzuzeichnen. Da aber kommt im letzten Augenblick die Tragödie noch ins Rollen. Fassungslos muss Lünig erkennen, wohin ihn seine blinde Hörigkeit den kommunistischen Machthabern gegenüber gebracht hat. Für Kinder ist das Stück nicht geeignet ARD-Erstsendung: 21. Juli 1957, erste Wiederholung: 15. Juni 1958 Hörzu 27/1959, allgemeiner Leserbrief: Ich habe ein Fernsehgerät neuester Bauart, das mit allen technischen Kniffen ausgestattet ist. Aber selbst mit diesem Gerät war es nicht möglich, ein einigermaßen erträgliches Bild bei der Wiederholung von "Romeo und Julia in Berlin" zu erhalten. Nach einer halben Stunde vergeblichen Mühens habe ich abgeschaltet (– 18:15 Uhr / NWRV) |
NDR/RB | |
| 18:45 | Die Nordschau – 19:30 Uhr |
WDR | |
| 19:00 | Hier und Heute Der Westen in Bildern, Berichten und Begegnungen (– 19:25 Uhr) |
| 20:00 | Nachrichten Vom Deutschen Fernsehen aus Hamburg |
| 20:05 | Ausschnitte aus der Feierstunde zum Tag der deutschen Einheit Aufzeichnung vom Vormittag (NWRV) |
| 20:35 | Für die Filmfreunde Umberto D. Ein Spielfilm mit Carlo Battisti, Maria Pai Casilio, Lina Gennari, Regie: Vittorio De Sica Gong 24/1959: Die Kunst eines Vittorio De Sica passt in kein Schema, das von Schlagworten abgesteckt ist. Obwohl er immer bemüht ist, ein realistisches und wahrheitsgetreues Bild der Wirklichkeit zu entwerfen, kann man ihn nicht als einen sozialen Pessimisten bezeichnen, wenn auch seine Filme oft diesen Eindruck hervorrufen könnten. Eben weil er die Wahrheit über alles stellt, übersieht er trotz seines unverblümten Realismus' nie die kleinen, nichtigen Freuden des menschlichen Daseins. Auch sein Film "Umberto D.", 1951 gedreht, besteht nicht aus einer Resignation vor der Unerbittlichkeit des Lebens. Wohl zeichnet er das bittere Schicksal eines alten, pensionierten Staatsbeamten, der niemandem mehr etwas nützt und dessen Tod keine Lücke hinterlassen würde. Umbertos Pension ist zuviel zum Sterben und zuwenig zum Leben, aber sein menschlicher Stolz lässt ihn nicht zum Bettler werden. Er kämpft, und als er unterliegt, versucht er, aus dem Leben zu scheiden. Aber selbst das gelingt ihm nicht; weil er seinen Hund nicht einfach seinem Schicksal überlassen will, muss er weiterleben. De Sica hätte aus seinem Stoff eine flammende Anklage gegen die sozialen Ungerechtigkeiten machen können; der Film wurde aber nur ein stiller, erschütternder Vorwurf gegen die menschliche Lieblosigkeit. Und selbst dieser Vorwurf ist noch gemildert durch einen leisen, herzlichen Humor. "Umberto D." ist zwar eine echte, menschliche Tragödie, aber eine Tragödie ohne Bitterkeit und Verbitterung. Und zugleich ist er eines der Meisterwerke De Sicas, in denen er die filmischen Mittel fast noch weniger einsetzt als sonst. Es ist einer jener Filme, deren innere Harmonie durch keinen falschen Ton gestört wird, ein Film aber auch, dem man aus vollem Herzen bejaht. "Umberto D." ist Erwachsenen zu empfehlen Hören & Sehen 28/1959 schrieb in ihrer Kritik: Von Vittorio de Sica, dem italienischen König der Regisseure, stammt der Film "Umberto D.", der für die Fernsehfreunde ein besonderer Leckerbissen sein sollte. Er war es aber nicht nur die Feinschmecker des besonderen Sujets, die aus den langen Bilderfolgen die Forderung nach Menschlichkeit herauszupicken wusste Gong 28/1959, Leserbriefe: Der Film hat wohl die Mehrzahl der Zuschauer am Bildschirm enttäuscht. Abgesehen von der technischen Seite bzw. der Regie brachte er allgemein gesehen eine recht magere Handlung. "Alles für den Hund" könnte er heißen!; – Bei den Filmsendungen hat das Fernsehen in der letzten Zeit eine sehr glückliche Hand gezeigt. "Umberto D." war ein erschütterndes und künstlerisch großartiges Filmdokument Gong 32/1959, Leserbrief: Wenn Herr Franz L. aus Berlin in seiner Zeitschrift (Nr. 28) den Film "Umberto D." als enttäuschend und recht mager in der Handlung bezeichnet, so kann ich nur sagen, dass ihm dann die Wertmaßstäbe fehlen. Dieser Film war erschütternd. Aber wahrscheinlich findet Herr L. mehr Geschmack an Wildwestfilmen. Damit kann sich die Handlung von "Umberto D." nicht vergleichen |
DFF[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
| 11:00 | Wir wiederholen für Spätarbeiter Aktuelle Kamera |
| 11:15 | Wir wiederholen für Spätarbeiter Das Mädchen mit der Gitarre Ein heiterer sowjetischer Spielfilm |
| 13:00 | Testsendungen U.a. von 13:30–14:30 Uhr: Augenzeuge / Spuren an der Tränke / Zugvögel am Müritzsee / Pilze und Wildfrüchte / Stacheltier 35 "Räuber" (– 16:00 Uhr) |
| 16:00 | Kinderfernsehen für Kinder von 3 Jahren an Schaut euch mit uns um Heute: Das Wunderkorn |
| 16:30 | Testsendungen – 18:55 Uhr |
| 18:55 | Abendgruß des Kinderfernsehens |
| 19:00 | Treffpunkt Berlin Mit Karl-Eduard von Schnitzler |
| Anschließend Wetterdienst | |
| 20:00 | Aktuelle Kamera |
| 20:15 | Englische Notizen Ein aktueller Filmbericht von Wolfgang Stein und Bruno Siebert Anmerkung: Nach anderen Angaben lief diese Sendung schon letzte Woche, heute: "Was man in Deutschland die Kinder lehrt", eine zeitgemäße Umfrage |
| 20:45 | ... und abends Gäste Eine bunte Unterhaltungssendung für die Kollegen des Otto-Buchwitz-Werkes in Dresden Durch das Programm führen Margot Ebert und Wolfgang Lippert, es spielen Günter Hörig und seine Dresdner Tanzsinfoniker, Redaktion: Hans Kemnitz, Regie: Otto Holub |
| Anschließend Letzte Nachrichten der Aktuellen Kamera |
Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
| 17:30 | Kinderstunde Kindernachrichten aus aller Welt / Kasperli-Theater Theres Keller: "S'Pfefferland" (– 18:30 Uhr) |
| 20:15 | Tagesschau |
| 20:30 | Session im Bundeshaus Eine Sendung von Dr. Erst Mörgeli |
| 20:35 | Die Tochter des Brunnenmachers Von Marcel Pagnol, Fernsehbearbeitung: Hans Pavel, mit Willy Maertens (Pascal Amoretti, Brunnenmacher), Christa Keller (Patricia, seine Tochter), Alexandra von der Ropp (Amanda, seine Tochter), Dagmar Pohle (Leonore, seine Tochter), Mario Adorf (Félipe Rambert, sein Gehilfe), Lisl Macheiner (Natalie Amoretti, seine Schwester), Hans Cossy (Herr Mazel), Blandine Ebinger (Frau Mazel), Heinz Bennent (Jacques Mazel, deren Sohn), S. O. Roland (Imbert), Horst Tappert (Ein Kellner), Gloria Paasch (Melanie), Musik: Rolf Wilhelm, Szenenbild: Walter Dörfler, Regie: Wilm ten Haaf Die Liebesgeschichte zwischen der Brunnenmacherstochter Patricia Amoretti und dem Flieger Jacques Mazel spielt sich im Milieu einer südfranzösischen Kleinstadt ab. Für den Sohn vermögender, gutbürgerlicher Eltern ist die Handwerkerstochter eine Mesailiance, wodurch die ganze Kleinstadt in Aufruhr gerät ... ARD-Erstsendung: 21.07.1956 Anmerkung: Es konnte nicht geklärt werden, ob es sich um diese ARD-Produktion oder eine Eigenproduktion des Schweizer Fernsehens bzw. eine Filmversion handelte |
| 22:05 | Heute Kommentare und Berichte |
| 22:10 | Programmvorschau / Nachrichten / Wiederholung der Tagesschau |
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