Do, 10. Dezember 1959
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| Mi, 9. Dezember 1959 ◀ 1959 ▶ Fr, 11. Dezember 1959 |
ARD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
| 16:30 | Überreichung der Nobelpreise Sprecher: Hermann Rockmann Eine Eurovisionssendung des Schwedischen Fernsehens SRT aus Stockholm |
| 17:45 | Jugendstunde Käpt'n Grief an Bord Abenteuerliche Kreuzfahrten in der Südsee (NWRV) |
| 18:10 | Vom Saumpfad zur Autostraße Ein Film von Hugo Murero (Schmalfilmaufnahme / – 18:35 Uhr / NWRV) |
NDR/RB | |
| 18:45 | Die Nordschau |
| 19:25 | Sehpferdchen zeigt Nur ein Gläschen |
SFB | |
| 18:55 | Das Sandmännchen Ein Gute-Nacht-Gruß für Kinder |
| 19:00 | Berliner Abendschau |
| 19:15 | Die fröhliche Kamera (– 19:45 Uhr) |
WDR | |
| 18:45 | Hier und heute Der Westen in Bildern, Berichten und Begegnungen |
| 19:25 | Intermezzo Der sonderbare Mr. Smith |
HR | |
| 19:00 | Die Abendschau |
| 19:30 | Zwischen halb und acht Bei wem zu Gast? |
SDR/SWF | |
| 19:00 | Die Abendschau |
| 19:30 | Zwischen halb und acht Bei wem zu Gast? |
BR | |
| 18:45 | Die Münchner Abendschau |
| 19:30 | Zwischen halb und acht Bei wem zu Gast? |
| 20:00 | Nachrichten und Tagesschau Vom Deutschen Fernsehen aus Hamburg Leitung: Martin S. Svoboda |
| 20:25 | Der Patriot Schauspiel von Alfred Neumann mit Jochen Brockmann (Zar Paul I.), Konstantin Paloff (Alexander, der Zarewitsch), Albert Lieven (Graf Pahlen, Gouverneur von St. Petersburg), Ellen Schwiers (Anna, Baronin Ostermann), Hermann Kiessner (Der Vizekanzler), Horst Keitel (Der Stabskapitän), Heinrich Gies (Der Flügeladjutant), Erich Fiedler (Der Kammerherr), Fritz Eberth (Stephan, Leibgardist), Walter Ladengast (Der englische Doktor), Rudolf Helmar (Fürst Plato Subow), Sigurd Lohde (Graf Valerian Subow), Szenenbild: Walter Dörfler, Fernsehbearbeitung und Regie: Rudolph Cartier Das Spiel schildert die Verschwörung des Grafen Pahlen gegen den despotischen Zaren Paul I. Pahlen versteht es geschickt, die vom Zaren verbannten Offiziere an seine Seite zu bringen, geht sogar das Wagnis ein, den Vizekanzler ins Vertrauen zu ziehen. Außerdem setzt er mit kalter Berechnung seine Geliebte, die Baronin Ostermann, auf den Regenten an. Sogar mit dem Thronfolger nimmt er Kontakt auf, ohne ihn allerdings in seine Absichten ganz einzuweihen. Der Gefreite Stepan, ein Mann aus dem Volk, den Pahlen von der Unterdrückung befreit hat, soll in der entscheidenden Nacht das Verbrechen ausführen. Nach dem erfolgreichen Tyrannenmord kommen dem Verschwörer Zweifel: Im Gespräch mit Zarenmörder Stepan stellt sich Pahlen die Frage: bin ich ein großer Patriot oder ein großer Schuft? Alfred Neumann schrieb seine Novelle 1926, deren Dramatisierung avancierte zum Welterfolg. Auf der Bühne verkörperten Paul Wegener, Emil Jannings und Fritz Kortner die Titelrolle Hörzu 52/1959 schrieb in ihrer Kritik: Retter des Landes oder Räuber des Throns – so zwielichtig erscheint der Gouverneur Graf Pahlen in Alfred Neumanns Schauspiel "Der Patriot". Auf diesem Zwielicht beruht ein großer Teil des Reizes und der Spannung dieses Stückes. Aber es ist noch dazu glänzend gebaut und spielt an einem Ort und zu einer Zeit, die beide für uns etwas Abenteuerliches haben. Es hat schließlich neben der Titelrolle eine zweite Gestalt, den Zaren Paul I., die darzustellen unsere größten Schauspieler verlockt hat. Fritz Kortner hat sie auf der Bühne verkörpert, Emil Jannings in einem Hollywood-Stummfilm von Ernst Lubitsch, der seinerzeit zu einem Welterfolg geworden ist. Hat sich der "Patriot" nach der Bühne und dem Film jetzt auch den Bildschirm erobert? Ohne Einschränkung: Ja! Die Inszenierung, die uns das Berliner Fernsehen zeigte, war ausgezeichnet, sowohl in der Regie (Rudolph Cartier) als auch in der Besetzung. Jochen Brockmann verkörperte den Zaren, Albert Lieven seinen Mit- und Gegenspieler. Allein mit diesen beiden Darstellern stand die Inszenierung. Tyrann und großes Kind, triumphierend und weinerlich, größenwahnsinnig und angstgejagt – Brockmann spielte so glaubwürdig, dass den Zuschauer sowohl die Furcht als auch das Mitleid überkam. Genial, gerissen und zerrissen zwischen Pflicht und Lust am gewagten Spiel Albert Lieven. Ellen Schwiers hatte das Unglück, die einzige in der Entwicklung zu kurz gekommene Rolle spielen zu müssen. Sehr befriedigten die kleineren Rollen, etwa der unsichere und liebenswerte Zarewitsch Konstantin Paloffs, Fritz Eberths Leibgardist, Hermann Kiessners Vizekanzler, Erich Fiedlers Kammerherr und Walter Ladengast, den man viel zu selten sieht, in der winzigen Rolle des englischen Doktors. Das war der Höhepunkt der Sendewoche. Der einzige. Im übrigen war das Fernsehen wohl noch dabei, tief Luft zu holen für Weihnachten, Silvester und Neujahr. Fast alle Abende waren mit Klein- und Kleinstsendungen bewährter Reihen gefüllt, das Wochenende ausgenommen; da war das Bewährte, ein bunter Abend und ein alter Schwank, abendfüllend Gong 1/1960 schrieb in seiner Kritik: Neumann entwickelt sein Schauspiel "Der Patriot" um die Ermordung des wahnsinnigen Zaren Paul I. aus einem epischen Entwurf. Seit 1926 hat das Bühnenwerk seinen Siegeszug durchgehalten. Es eroberte sich den Film und das Hörspiel und erscheint nun auch auf dem Bildschirm. Rudolph Cartiers Fernsehbearbeitung und Regie hatte ohne Zweifel Qualitäten. Sie schuf bewegte Szenen und einen bewegenden Ablauf. Und doch traf sie nicht den letzten und tiefsten Gehalt des Dramas. Das lag einmal an der Besetzung des Grafen von der Pahlen. Albert Lieven ist ein erfahrener und liebenswerter Darsteller. Ihm fehlt aber jene Dämonie, die die Einkreisung des Zaren mit der unerbittlichen Konsequenz vollzieht, die das Problem der Macht glasklar entfaltet. So gelangen in die Partien, in denen der Patriot sich mit seinem Gewissen konfrontiert sieht, in denen er seinem Gefühl nachgeben kann am unmittelbarsten. Die politische Entscheidung ist einem zu guten Mann aufgebürdet. Jochen Brockmann stattete den Zaren – ohne billige Überzeichnung – mit vielerlei Zügen des Pathologischen aus, war aber nicht der Dämon, der im Begriffe steht, sein Reich zu vernichten. Dazu kommt seine Rollenauffassung zu sehr aus dem historisierenden Kostümstück, zu wenig aus den letzten Gründen einer despotisch-morbiden Existenz. Zwischen dem Gouverneur und der Majestät machte Ellen Schwiers eine angenehme Figur. – Die Aufführung wird beim Publikum einen starken, erregenden Eindruck hinterlassen haben, und im Vergleich zu mancherlei Enttäuschungen, die uns das Berliner Fernsehspiel in letzter Zeit bereitet hat, zeigte die Gesamtleistung eine erfreuliche Aufwärtsentwicklung an Gong 1/1960, Leserbriefe: Selten hat mir ein Stück so gut gefallen, wie "Der Patriot". Auch die Darsteller waren vorzüglich. Das Fernsehen sollte öfters solche Stücke mit historischen Themen bringen. Ich glaube, dass sich viele Zuschauer dafür interessieren; – Warum brachte man nach diesem guten Stück noch eine Tischtennisübertragung? Wenn man ins Theater geht – und dieses Stück erinnert an ein gutes Theaterstück – dann geht man anschließend ja auch nicht noch zu einer Sportveranstaltung, sondern will sich das Gehörte und Gesehene noch einmal in Ruhe überdenken (SFB) |
| 22:00 | Tischtennis-Länderkampf Deutschland–Österreich Sprecher: Alexander von Bentheim Übertragung aus der Schöneberger Sporthalle Berlin Neunmal standen sich nach dem Krieg die Tischtennisvertretungen der beiden Länder an der "grünen Platte" gegenüber. Bei den Herren konnte Deutschland die Bilanz positiv gestalten, achtmal trugen sie den Sieg davon, während die Damen bisher nur zweimal gewinnen konnten. Für die heutige zehnte Begegnung sind von beiden Ländern starke Kräfte aufgeboten worden: aus Deutschland Hanne Schlaaf, Uschi Matthias, Jutta Kruse, der deutsche Meister Conny Freundorfer, der zweite der Rangliste Dieter Köhler und Vizemeister Ernst Arndt (SFB) |
DFF[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
| 11:00 | Wir wiederholen für Spätarbeiter Aktuelle Kamera |
| 11:15 | Wir wiederholen für Spätarbeiter Ein Tusch für Sie 100 Minuten mit liebenswerten Mitmenschen |
| 13:00 | Testsendungen U.a. von 13:30–15:00 Uhr: "Tatort Berlin" (P 14) (– 16:00 Uhr) |
| 16:00 | Kinderfernsehen für Kinder von 12 Jahren an Pfiffikusse, hergeschaut! Wir basteln für den Winter |
| 16:40 | Testsendungen – 17:30 Uhr |
| 17:30 | Schule und Leben Eine Sendereihe für Lehrer und Erzieher zum Grundlehrgang Maschinenkunde I Arbeit an Maschinenelementen der drehenden Bewegung (2) |
| 18:15 | Unsere Sportstafette Fußballer auf der Schulbank Heute: Das Dreieckspiel und andere taktische Spielformen für den Trainingsbetrieb |
| 18:55 | Unser Sandmännchen Abendgruß des Kinderfernsehens |
| 19:00 | Sendung für die Frau In den Kochtopf geguckt sowie unser besonderer Tipp: Gepflegt sein kann jeder! |
| 19:30 | Neues aus Wissenschaft und Technik |
| 19:45 | Kurz notiert |
| 20:00 | Aktuelle Kamera |
| 20:15 | Blaulicht (3) Aus der Arbeit unserer Kriminalpolizei Heute: Die Mädchen in Zelle 7 Fernsehspiel von Günter Prodöhl, Dramaturgie: Evelyn Heyden, Personen und Darsteller: Bruno Wernicke, Oberleutnant der VP (Bruno Carstens), Alexander Thomas, VP-Leutnant (Alexander Papendiek), Horst Timm, VP-Meister (Horst Torka), Siebert, Staatsanwalt (Werner Senftleben), Köhler, VP-Leutnant (Günter Polensen), Ingrid Eckert (Gudrun Jochmann), Helga Raabe (Helga Piur), Rita Schulz (Eva-Maria Hagen), Herr Falkenberg (Heinz-Werner Pätzold), Frau Falkenberg (Inge Herbert), Dr. Bogdan, Anwalt (Karl-Helge Hofstadt), Bewig, Abteilungsleiter (Hubert Hoelzke), Helmer, Betriebsleiter (Erich Mirek), Scholz, Hauptbuchhalter (Rudolf Seiß), Oberschwester (Annamaria Horn), Kollegin (Wiebke Fuhrken), Erster Kollege (Hans Hellenberger), Zweiter Kollege (Wolf Lucas), Ein Mann (Curt Timm) und andere, Szenenbild: Heinz-Helmut Bruder, Regie: Hans-Joachim Hildebrandt FF dabei 50/1959: Dass die "Jugend von heute" aus lauter Verderbtheit zusammengesetzt sei, glauben nur ein paar ältere Damen, die entweder selber nie jung waren oder ein sehr schlechtes Gedächtnis haben. Zugegeben – den Typ des "behüteten jungen Mädchens" von einst kennen wir nicht mehr. Unsere Siebzehn-Achtzehnjährigen packen das Leben ganz anders an als das Töchterlein von ehedem: je nach Temperament sportlich-nüchtern, jugendlich-anmutig oder ernsthaft-fraulich. Ihnen wird nicht von Kindesbeinen an das Liedlein von hausbackener Treu und Redlichkeit gesungen, und sie werden auch nicht wegen eines "Schrittes vom Wege" jahrelang von Müttern und Tanten beweint. Unsere Kriminalpolizisten haben es in diesem Spiel nicht mit einem schweren Verbrechen zu tun. In unserem Fall, der Geschichte der Mädchen aus Zelle 7, gilt es die Frage zu lösen, ob das Verhalten dieser Mädchen "nur" unmoralisch oder bereits ungesetzlich ist. Die Klärung von derartigen Vergehen erfordert allerdings manchmal mehr Fingerspitzengefühl, Verständnis und Verantwortungsbewusstsein, als ein von verstärkten Polizeieinheiten unter Umständen schnell aufzuklärender Mord. Oberleutnant Wernicke und Staatsanwalt Siebert leiten Maßnahmen ein, die eine sinnvolle Weiterentwicklung dieser Mädchen gewährleisten. Wir dürfen einen jungen Menschen, der sich einmal etwas zuschulden kommen lässt, nicht fallenlassen; wir müssen dafür sorgen, dass er seinen Lebensweg auf vernünftige und anständige Weise fortsetzt Anmerkung: Zum Folgentitel kursieren die verschiedensten Angaben, lt. FF dabei 50/1959: "Die Mädchen in Zelle 7", andere Titel lauten "Mädchen in Zelle 7", "Die Mädchen in der Zelle 7", "Das Mädchen in Zelle 7", "Die Mädchen in der Zelle" und "3 Mädchen in Zelle 7" |
| 21:25 | Der Mord in Lwow Ein Fernsehspiel von Dieter Glatzer |
Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
| 13:30 | Friedensnobelpreis-Verleihung |
| 16:30 | Nobelpreis-Verleihung Eine Eurovisionssendung des Schwedischen Fernsehens SRT aus Stockholm (– 17:45 Uhr) |
| 19:30 | Sportreporter unterwegs |
| 20:00 | Zeit im Bild |
| 20:25 | Der Patriot Übernahme vom Deutschen Fernsehen |
| 22:00 | Tischtennis-Länderkampf Deutschland–Österreich Eurovisionssendung des Deutschen Fernsehens aus Berlin |
| Anschließend Zeit im Bild |
Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
| 13:30 | Friedensnobelpreis-Verleihung |
| 16:30 | Nobelpreis-Verleihung Eine Eurovisionssendung des Schwedischen Fernsehens SRT aus Stockholm (– 17:45 Uhr) |
| 17:45 | Kinderstunde Der Karfunkelstein Ein Winterspiel von Fritz Fey, gespielt von der Niederdeutschen Puppenbühne (– 18:30 Uhr) |
| 20:00 | Tagesschau |
| 20:25 | Der Patriot Übernahme vom Deutschen Fernsehen |
| 22:00 | Session im Bundeshaus |
| 22:05 | Programmvorschau / Nachrichten / Wiederholung der Tagesschau |
| Mi, 9. Dezember 1959 ◀ 1959 ▶ Fr, 11. Dezember 1959 |


