Do, 28. Mai 1959

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Mi, 27. Mai 1959   ◀                 1959                 ▶   Fr, 29. Mai 1959

ARD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

17:00 Fronleichnam – unvergängliches Fest
Eine Sendung mit Dr. Ina Prowe (NWRV)
17:30 Zoo-Tiere ganz privat
Was der Besucher meist nicht weiß
Paul Eipper erzählt in diesem Beitrag von der Pflege der Tiere im Zoologischen Garten, von ihrer physischen und psychischen Betreuung und von allerlei tierpsychologischen Beobachtungen. Warum hat das Gehege der Wölfe einen Zementboden? Warum stehen manche Büffel auf Kies, andere im Sumpfgelände? Wie muss ein richtiger Absperrgraben beschaffen sein? Solche und andere Fragen will die heutige Sendung beantworten (– 18:00 Uhr / NWRV)

NDR/RB
 18:45 Die Nordschau
 19:30 Sehpferdchen zeigt
Ein Besuch in New York

SFB
 19:00 Berliner Abendschau
 19:15 Auf der Suche nach Öl
– 19:45 Uhr

WDR
 18:45 Hier und heute
Der Westen in Bildern, Berichten und Begegnungen

HR/SDR/SWF/BR
  Heute keine Sendung wegen Feiertag Fronleichnam

20:00 Nachrichten und Tagesschau
Vom Deutschen Fernsehen aus Hamburg
20:20 Land, das meine Sprache spricht
Fernsehspiel von Michael Kehlmann nach der Novelle "Der 20. Juli" von Alexander Lernet-Holenia, Personen und Darsteller: Elisabeth von Josselin (Hilde Mikulicz), Major Friedrich von Josselin (Alexander Kerst), Buschek (Hans Leibelt), Bukowsky (Peter Mosbacher), Latheit (Wilmut Borell), Der General (Paul Verhoeven), Oberleutnant Heidermann (Werner Uschkurat), Adjutant Sturm (Peter Brand), Hauptmann Müller (Carlos Werner), Suzette Alberti (Gisela Fischer), Pflegerin (Claudia Bethge), Schaffner (Walter Gussmann), Arzt (Fritz Rasp), Oberleutnant Zembsch (Albert Hehn), Frau Koczebrowsky (Elisabeth Neumann), Pfarrer (Paul Stiebler-Walter), Hotelportier (Walter Bach), Ein alter Mann (Rudolf Porsche), Passant (Karl Hanft), Beamtin im Krankenhaus (Franziska Liebing), Sänger (Hans Hotter), Krankenträger (Fritz Asmussen), Szenenbild: Walter Dörfler, Regie: Michael Kehlmann
Wien 1944. Nach dem Tod ihres arischen Ehemannes flieht die Jüdin Suzette Alberti zu ihrer Freundin Elisabeth von Josselin. Elisabeth versteckt sie, auch vor ihrem Mann, einem loyalen Offizier. Als Suzette an einer schweren Grippe erkrankt und in ein Spital kommt, gibt ihr Elisabeth ihre eigenen Papiere mit. Doch die jüdische Frau stirbt noch in der gleichen Nacht und wird als Elisabeth von Josselin beerdigt. Die richtige Elisabeth gerät nun in eine sehr unangenehme Lage: sie muss sich ihrem Mann anvertrauen und gerät ins Visier der Gestapo ...
Gong 21/1959: Die Novelle "Der 20. Juli" des österreichischen Dichters Alexander Lernet-Holenia beschwört die Endzeit des Zweiten Weltkriegs in Erinnerung. Sie zeigt das Widersinnige einer im Chaos untergehenden Epoche am Beispiel bedeutungsvoller Einzelschicksale, in welche die Ereignisse des 20. Juli 1944, des Attentats auf Hitler, hineinwirken. Zwei Wiener Frauen stehen im Mittelpunkt der spannenden Handlung, eine Jüdin und die Frau eines deutschen Offiziers. Seltsam und erregend kreuzt sich das Schicksal der Verfolgten mit dem der Freundin, die sich ihrer hilfreich annimmt und damit selbst zur Verfolgten wird. Die Stellvertretung durch den Tausch der Ausweispapiere weist auf jene höhere, menschliche Stellvertretung hin, die im christlichen Gebot der Nächstenliebe gefordert ist. So wird Zeitgeschichtliches zum Gleichnis und zur dauernden Mahnung an unser Gewissen. Für Kinder ist dieses thematisch wertvolle Fernsehspiel nicht geeignet
Gong 24/1959 schrieb in seiner Kritik: Novellenschreiber lieben es, die einzelnen Handlungsfäden so kunstvoll zu verknüpfen, bis sie sich wie ein Teppichornament rund und geschlossen zusammengefügt haben. Das Dritte Reich freilich war keine novellistische Zeit: wo die Willkür herrschte, können sich Schicksale nicht mehr sinnvoll entwickeln. Und das ist auch das Kriterium, das für Michael Kehlmanns Fernsehspiel galt. Es fügte sich zu kunstvoll, zu trächtig von Symbolen und raffinierten Zufällen ineinander, es wirkte nicht typisch. Das jedoch soll nicht die Tatsache schmälern, dass das Spiel nicht nur bis zum Ende spannend und eindrucksvoll blieb, sondern auch – verkörpert von einer guten Besetzung – im Widerspiel der Kräfte die noble, aufrechte Gesinnung zeigte, die auch heute noch mehr als alles andere eine nachträgliche Besinnung und heilsame Erinnerung auszulösen vermag. Sie war auch wesentlich glaubwürdiger gezeichnet als der interne Konflikt zwischen Gestapo und Sicherheitsdienst, der über weite Strecken hinweg im missverständlichen Zwielicht blieb. Bemerkenswert war der Aufwand, mit dem Autor und Regisseur Michael Kehlmann den Szenen des 20. Juli fast dokumentarisch wirkende Echtheit zu geben vermochte. So blieb dieses Fernsehspiel des BR trotz einiger, von der Vorlage her bedingten Schwächen, eine saubere und bemerkenswerte Leistung
Hörzu 24/1959 schrieb in ihrer Kritik: Deutschlands Gegenwart und jüngste Vergangenheit sind so angefüllt mit dramatischen Stoffen, das man sich verzagt fragt, warum das Fernsehen zeitenweise ganze Serien von klassischen oder fast klassischen Bühnen-Erfolgen auf den Bildschirm bringt, statt mutig hineinzusteigen in die Zeit, in der wir leben. "Mutig" sagen wir. Denn die Gefahr, mit einem zeitnahen Stück irgendwo und irgendwie anzuecken, ist natürlich groß. Mit Molière, Shakespeare und Schiller setzt man sich ihr nicht aus. Und Georg Kaiser oder G. B. Shaw kann oder will heute auch niemand mehr an den Kragen. Dies soll um Himmels willen nicht als Feldzug gegen Klassiker und Beinahe-Klassiker aufgefasst werden. Nur: Sie erscheinen zu häufig im Programm; sie nehmen den Problemen unseres Lebens, Stücken also, deren Thematik uns unter die Haut geht, Woche für Woche den Platz weg. Ein Vorweg-Lob also München, dass es endlich den Zauberkreis der Klassiker und Beinahe-Klassiker durchbrach, dass es endlich wieder einmal ein Spiel brachte, das den heute lebenden Menschen direkt anspricht, dessen Zeitbezüglichkeit nicht erst konstruiert werden muss. [...] Ein politisches Stück also? Ein Widerstandskämpferstück? Nein. Jedenfalls nicht in erster Linie. Sowohl der Dichter als auch der Bearbeiter haben Politik und Polemik gemieden oder doch zwischen die Zeilen verbannt. Sie erzählen einfach die Geschichte von ein paar Menschen, deren Lebensfäden im Kriegsjahr 1944 zusammenlaufen, sich verknoten und wieder entwirren. Manche reißen auch. Das ist glaubwürdig erzählt; es ist dramatisch, spannend, packend. Es ist keine Dichtung, manchmal grenzt es sogar an die Kolportage und Groteske. Die Inszenierung hat also Schwächen. Aber man würde das Kind mit dem Bade ausschütten, wenn man sie überbetonte. Hilde Mikulicz, Alexander Kerst, Hans Leibelt, Paul Verhoeven, Gisela Fischer verkörperten die eine Seite, die der Hilflosen und Gejagten; auf der anderen Seite, der Partei der Skrupellosen, ist vor allem Peter Mosbacher zu nennen (BR)
22:10 Musikaleum
Plauderei um Musik mit Ludwig Kusche, Professor Hans Gebhart und Kurt Wilhelm
Das heutige "Musikaleum" führt vom alten Quodlibet über das Potpourri Ende des letzten Jahrhunderts bis zu den Evergreens unserer Tage. Unter den aufgeführten Werken aus früherer Zeit befinden sich Bachs Goldberg-Variationen und eine frühe Komposition Mozarts, der "Gallimathias musicum". Für die Interpretation steht ein Kaffeehausorchester im Kostüm der Jahrhundertwende zur Verfügung
Hörzu 24/1959, Leserbrief: In Ludwig Kusches "Musikaleum" vom 28. Mai war kein Ton zu wenig, aber manches Wort zuviel. Zum unterhaltsamen musikalischen "Trizeps" war beim Wortgeklingel des Gesprächs der professorale dritte Mann durchaus störend und entbehrlich und sollte die nächste Sendung dieser Art nicht belasten (BR)

DFF[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

11:00 Wir wiederholen für Spätarbeiter
Aktuelle Kamera
11:15 Wir wiederholen für Spätarbeiter
Haare hoch (7)
Wiederholung vom 20. Mai 1959
12:15 Wir wiederholen für Spätarbeiter
Moderne Fließfertigung
13:00 Testsendungen
U.a. von 13:30–15:00 Uhr: "Tyl Ulenspiegel" (– 16:00 Uhr)
16:00 Kinderfernsehen für Kinder von 10 Jahren an
Mit Ing. Kluge ins Reich der Technik
Anschließend
Testsendung
18:55 Abendgruß des Kinderfernsehens
19:00 Unsere Sportstafette
Heute: Wir trainieren für das Sportabzeichen die Wurfdisziplinen
19:30 Die Woche im Bildschirm
Programmvorschau
Anschließend
Wetterdienst
20:00 Aktuelle Kamera
Berichte aus dem Zeitgeschehen
20:15 Beton
Fernsehspiel aus der "Schwarzen Pumpe" von Werner Dworski, Dramaturgie: Walter Baumert, Personen und Darsteller: Selte Weyer, Bauleiterin (Ruth-Maria Kubitschek), Friedel Döhring (Armin Mueller-Stahl), Bilsky, Brigadeleiter (Herbert Körbs), Annus, Schachtmeister (Johannes Maus), Alma, Brigadeleiterin (Maika Joseph), Die Bauarbeiter: Pankratz (Heinz-Dieter Knaup), Podlesch (Alexander Papendieck), Ulli (Reinhard Michalke), Wehner (Frank Michaelis), Krug (Horst Torka), Röschen (Ilse Bastubbe), Dörte (Erika Stiska); Die Schlossermonteure: Schulz (Herbert Manz), Hempe (Oswald Foerderer); Die Projektierungsingenieure: Leuweit (Peter A. Stiege), Kindler (Heinz Kammer), Szenenbild: Günter Broberg, Regie: Fred Mahr
21:45 Hoppla, jetzt kommt Willy
Ein Leben für die Gunst
Anschließend
Letzte Nachrichten der Aktuellen Kamera

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

17:00 Ein Tag im Leben von Papst Johannes XXIII.
Filmbericht
19:30 Vater ist der Beste
20:00 Zeit im Bild
20:20 Land, das meine Sprache spricht
Übernahme vom Deutschen Fernsehen
22:10 Filmfestspiele Cannes 1959
Ein Filmbericht von Jean Egon Kleffer
22:35 Zeit im Bild

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

20:15 Tagesschau
20:30 Blick ins Tierreich
Eine Sendung mit Prof. Dr. Heini Hediger vom Zoologischen Garten Zürich
20:50 Ein Tag im Leben des Papstes
Ein Filmbericht des Italienischen Fernsehens
21:30 Solistenkonzert
Alexander Kagan (Klavier) spielt: Rameau (Gavotte variée a-Moll) / Chopin (Barcarole op 60) / Debussy (La vent dans la plaine aus dem 1. Band der "Preludes") / Ravel (Toccata aus der Suite "Le Tombeau de Couperin")
22:00 Programmvorschau / Nachrichten / Wiederholung der Tagesschau

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