So, 15. November 1959

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Sa, 14. November 1959   ◀                 1959                 ▶   Mo, 16. November 1959

ARD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

12:00 Der internationale Frühschoppen
Mit sechs Journalisten aus fünf Ländern
Gastgeber: Werner Höfer (– 13:00 Uhr / NWRV)
Anschließend
Vorschau auf das Programm der kommenden Woche
(NWRV)
14:30 Kinderstunde
Corky und der Zirkus
Heute: Corky als Reporter (– 15:00 Uhr / Schmalfilm-Aufnahme / NWRV)
16:00 So weit die Füße tragen (4)
Ein Fernsehfilm nach dem Roman von Josef Martin Bauer mit Heinz Weiss (Clemens Forell), Richard Beck (Strafnik), Alois Kuttin (Rangierer), Aksam Josefoglu (Kolka), Maria Manschikowa (Frau Kolka), Basar Abuschinow (Aljoscha), Karl Hüls, Paul Gerstung und anderen, Szenenbild: Alfred Buetow und Theo Zwierski, Kamera: Walter H. Schmitt, Herstellungsleitung: Walter Pindter, Drehbuch und Regie: Fritz Umgelter
Clemens Forell hat der Mut verlassen. Er weiß, er wird die Heimat nie wieder sehen. Er ist schwer verletzt, nachdem er ein Jahr und einen Winter durch die riesige Sowjetunion flüchtete, sein letzter Begleiter hat ihn töten wollen. Sibirien ist zu groß, zu grausam – aber dann doch auch barmherzig. Hundezüchter Kolka nämlich schießt Forell aus einem Rudel hungriger Wölfe frei, nimmt ihn mit in den Kolch, gibt ihm Wohnung und Nahrung und rüstet in schließlich aus zur Fortsetzung seiner Reise. Und er schenkt ihm den Hund Willem, der fortan ein treuer Gefährte Forells sein wird. Das Tier schont weder Wiesel noch Hasen, um seinem Herrn zu gefallen, zeigt frühzeitig das Nahen von Menschen an und wäre auch gewiss bereit, sich für Forell in Stücke reißen zu lassen. Im Frühjahr 1951 geht die Flucht schließlich weiter. Kolka gibt dem Flüchtling einen guten Rat, wie er sich verhalten muss, wenn er auf andere Menschen trifft. Er ginge zwar am liebsten aus einem tiefen Misstrauen jedem aus dem Wege, aber er braucht Essen, und das findet Forell nur in der Nähe menschlicher Behausungen. Gefahr droht ihm wieder, als er in einem Waldarbeiter-Lager auf einen staatlichen Kontrolleur trifft. Ein Zufall bringt Clemens Forell dem Westen näher ...
ARD-Erstsendung: 24. März 1959 (– 16:50 Uhr / Normalfilm-Aufnahme / NWRV) Mehr Informationen in der deutschen Wikipedia
17:15 Feierstunde des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge
Übertragung aus dem Plenarsaal des Bundeshauses in Bonn
Die Feierstunde steht im Zeichen der Uraufführung eines Werkes, das der Volksbund für diesen Anlass in Auftrag gegeben hat. Es handelt sich um eine Ballade vom Tod im Kriege für Sprecher, Chor und Orchester mit dem Titel "Der Andere", zu der Otto Heinrich Kühner den Text, Rudolf von Oertzen die Musik schrieb. – Zwei benachbarte Völker bekriegen sich, junge Männer ziehen in die Schlacht. Unter ihnen sind auch ein Tischler und ein Geiger. In der Kolonne gesellt sich der Tod zu den beiden und rechnet ihnen seine Gewinnchance vor. Seine "Quote" von 50% bedeutet, wie ihnen schlagartig bewusst wird, dass einer von beiden sterben muss. Diese Erkenntnis überschattet ihre Begegnung mit dem Mädchen und ihre Pläne für ein Leben nach dem Krieg. In einer großen Würfelszene suchen die beiden nach Gewissheit; doch die Entscheidung fällt erst in der Schlacht. Der eine muss allein weiterziehen, der andere ist gefallen, an seiner Stelle, zufällig; aber auch der Tod wird seines Sieges nicht froh, denn er muss erkennen, dass er den anderen nicht restlos gewonnen hat
Hörzu 50/1959, Leserbrief des Deutschen Jugendkorps, Detmold: Die Feierstunde des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge war für die Hinterbliebenen und Angehörigen der Gefallenen kein echter Trost. Wir wollen den Krieg in seiner Tragik und unerbittlichen Härte nicht beschönigen; aber angesichts der Tränen und Leiden, auf die der einzelne nie Einfluss hatte, muss es ehrfurchtsvolle Grenzen geben. Diese Grenzen des Abstandes und der Stille zog die Feier im Plenarsaal nicht (– 18:30 Uhr / NWRV)

WDR
 19:00 Hier und Heute
Der Westen in Bildern, Berichten und Begegnungen (– 19:25 Uhr)

19:30 Wochenspiegel
Zusammenfassung der Tagesschauberichte der vergangenen Woche
20:00 Nachrichten
20:05 Die Allee des Todes
Schlachtfelder zwischen Metz und Verdun
Ein Dokumentarbericht von Jürgen Neven-du Mont
Vor dem 31. August 1870 war sie eine Allee wie tausende andere in Frankreich, klein, schmal, zwischen den Dörfern Noissville und Montoy bei Metz, friedlich, ruhig, die Bäume vollzählig und unbeschädigt. An diesem Tag zog erstmals der Krieg durch die Allee, hinterließ umgepflügte Erde und verstümmelte Bäume, zog weiter nach Verdun. Dreimal in einem knappen Jahrhundert wanderte der Tod auf der "Route de Bataille", auf der Straße der Schlachten nach Westen bis in die "Zone Rouge", die "Rote Zone" bei Verdun. Dort endet die Allee, dort wartet der Tod. Seinen Weg säumen die Gräber von mehr als einer Million gefallener Soldaten, stumme Zeugen wahnwitziger Kriege. Am heutigen Volkstrauertag wiederholt der Hessische Rundfunk diesen Dokumentarbericht. Eingeblendet sind Bilder aus dem Deutsch-französischen Krieg 1870/71 und Wochenschauaufnahmen aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg
Gong 48/1959 schrieb in seiner Kritik: In eindrucksvoller Geschlossenheit trugen der Westdeutsche, der Hessische Rundfunk und der Südwestfunk zur Programmgestaltung des Volkstrauertages bei, wobei Neven-du Monts Dokumentarbericht über die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs ohne Zweifel den nachhaltigsten und erschütterndsten Eindruck hinterließ (Wiederholung / Schmalfilm-Aufnahme / HR)
20:50 Entscheidung
Fernsehspiel von Franz Körmendi, Personen und Darsteller: Professor Antol Marton, Physiker (Walter Rilla), Carola Marton-Lontay, seine Frau, Schauspielerin (Ellen Schwiers), Sandor Vadasz, Minister für Kultur in der Volksrepublik Ungarn (Hanns Ernst Jäger), Lajos Morva, Offizier der polnischen Geheimpolizei, in Zivil (Leon Askin), Olga Halmi, Sekretärin Professor Martons (Ingeborg Egholm), Jozsef, Diener Professor Martons (Fred C. Siebeck), Szenenbild: Horst Scheel, Regie: Walter Knaus
Kernphysiker Prof. Antol Marton liebt seine Frau Carola über alles. Carola ist eine gefeierte Schauspielerin, die sich in Budapest bisher nicht von dem Medium ihres Berufes, der vertrauten ungarischen Sprache, zu trennen wagte. Der Professor gerät eines Tages in eine gefährliche menschliche Zwangslage, die es ihm fast unmöglich macht, weiter unter den Gesetzen eines diktatorischen Staates wie Ungarn leben zu können ...
Der amerikanische Autor ungarischer Abstammung schrieb dieses Original-Fernsehspiel nach seinem Roman "Versuchung in Budapest"
Gong 48/1959 schrieb in seiner Kritik: Einen problematischen Stoff hat sich der SWF [...] ausgewählt. Problematisch nicht deshalb, weil es den Menschen im Konflikt mit den Totalitätsansprüchen einer Diktatur zeigte, sondern weil er das Thema zeitlich und lokal derartig präzisierte, dass daraus eine historische Verfälschung und das Stück Kolportage wurde. Kolportage war auch die Typisierung: die Noblen und die Feisten standen genau in den entsprechenden Lagern, mit anderen Worten: in der Besetzung zeigte sich eine Tendenz zur Schwarzweiß-Malerei, die die Dämonie eines diktatorischen Systems nur an der Oberfläche widerzuspiegeln vermochte. Trotz allem blieb die Handlung bis zum letzten Augenblick fesselnd, zumal sie von guten Darstellern getragen wurde und vor allem in Walter Rilla als Professor Marton profilierte und menschlich überzeugende Züge enthielt
Hörzu 49/1959, Leserbrief: Ein zeitnahes Stück; wir waren beeindruckt von den schauspielerischen Leistungen
Gong 49/1959, Leserbrief: Der Südwestfunk vermerkte vor dem Fernsehspiel von Franz Körmendi "Entscheidung", dass das Spiel nach dem Roman "Versuchung in Budapest" geschrieben worden sei. Ich habe vor Jahrzehnten einen bemerkenswerten Roman unter diesem Titel gelesen, leider aber weiß ich den Autor nicht mehr. Er spielte in Budapest nach dem Ersten Weltkrieg, hatte als ein ganz anderes Thema. Vielleicht können Sie oder einer der Leser mir auf die Sprünge helfen. Auf jeden Fall frage ich mich, ob hier eine Duplizität der Titel vorliegt, oder aber ob sich der Sender bei seinem Hinweis getäuscht hat (SWF)
22:00 Bericht vom Sonderparteitag der SPD
13.–15. November in Bad Godesberg
Vom Deutschen Fernsehen aus Köln

DFF[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

10:00 Kinderfernsehen für Kinder von 10 Jahren an
Nur eine Dose Babysan
Kriminalfernsehspiel
11:00 Rhythmus hat Vorfahrt
Ein Schlager-Frühstück
13:00 Sendung für die Landwirtschaft
Unser schönes Dorf
Wer hat die besten Trümpfe?
15:30 Pyramiden und Saltos
Deutsche Meisterschaften der Akrobaten in Dresden
17:00 Paris um Mitternacht
Englischer Spielfilm um eine mysteriöse Geschichte aus den Tagen der Weltausstellung 1889
18:55 Abendgruß des Kinderfernsehens
19:00 Eine Woche Zeitgeschehen
19:30 Zweierlei und doch nur eins
Eine rätselvolle Sendung mit Professor Köpfchen
20:00 Das schwarze Schaf
Fernsehschwank von Werner Bernhardy mit Kurt Ulrich (Klaus König), Margot Ebert (Carrie Kaiser), Werner Pledath (Herr Kaiser), Ellinor Vogel (Frau Dr. Hurtig), Maika Joseph (Martha Besenthal), Hubert Hoelzke (Felix Baumel), Herbert Köfer (Dr. Müller), Horst Lommatzsch (Bürgermeister) sowie Erich Brauer, Hilde Kneip, Paul Knopf, Wolfgang Schust, Paul Zeidler, Regie: Josef Stauder
21:35 Schmunzeleien mit Franz Kutschera
Heute eine Sendung über Egon Erwin Kisch

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

17:00 Für die Jugend von 11 Jahren an
Traummichels seltsame Reise
In einer Aufführung der Marionettenbühne Werner Knobloch
17:40 Für die Jugend von 11 Jahren an
Welt der Jugend
46. Ausgabe des internationalen Filmmagazins
19:30 Dienst am Kunden
20:00 Zeit im Bild
mit Sportkommentar
20:20 Für den Markenfreund
20:40 Abfahrt 19 Uhr
Eine Schiffsgeschichte
20:50 Entscheidung
Übernahme vom Deutschen Fernsehen
Die Wiener Arbeiterzeitung schrieb am 22.11.1959: Im Wettstreit der Fernsehspiele Deutschland gegen die Schweiz hat in der abgelaufenen Woche Deutschland haushoch überlegen gesiegt. Aus Baden-Baden kam das politische Zeitstück "Die Entscheidung" des auch bei uns bekannten und vielgelesenen Romanciers Franz Körmendi. In einer dramatisch gerafften, packenden Handlung, die im heutigen Ungarn spielt, zeichnet Körmendi die Methoden der kommunistischen Diktatur auf, die Menschen, im besonderen Fall einen dringend gebrauchten Wissenschaftler, ihren Forderungen gefügig zu machen. Natürlich bringt sein Dramenschluss, ein Mord und zwei Selbstmorde, keine Lösung des Problems. Wer aber vermag sie heute zu finden? Zur packenden Problematik und formalen Wirksamkeit des Stückes gesellte sich auch eine hervorragende Wiedergabe. Walter Rilla war eine Idealbesetzung für den kultivierten, Terrormethoden nicht gewachsenen Forscher; wie viel vermag dieser Künstler ohne Worte, in der Haltung, in einem Blick aussagen! Ihm ebenbürtig Ellen Schwiers, die, fern der Filmschablone, in die sie so häufig gepresst wird, eine wirklichen Menschen mit vielen Gefühlsschattierungen vor uns erstehen ließ. In der dritten Hauptrolle Hanns Ernst Jäger, den wir ihn Wien noch nie so einfach und ehrlich und eben darum so wirkungsvoll sahen
Anmerkung: In einigen Publikationen damals als "Die Entscheidung" angekündigt
22:00 Zeit im Bild

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

17:00 Landwirtschaftliche Rundschau
Heute: Fortschrittlicher Obstbau
17:15 Am Sunntignoomidag dehaim!
Ein Familienprogramm
18:15 Sportresultate
– 18:25 Uhr
20:15 Wochenrückblick
20:40 Musikalische Plauderei mit Fred Rauch
Zwanzig Minuten Schlager mit Lys Assia, Ria Solar, Billy Mo und dem Oberkrainer-Quintett
21:05 Filmbriefe aus Afrika
Eine Sendung von Armand und Micaela Dennis
Heute: Bei den Kongo-Pygmänen
21:30 Sfogliando il calendario
Blätter aus unserem Tessiner Kalender
November-Ausgabe: Pietre del Ticino
22:00 Heute
Kommentare und Berichte
22:15 Programmvorschau / Nachrichten

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